Elektroauto der Deutschen Post DHL Group hat sich bewährt

Der StreetScooter fährt bis zu 300 Stops an 300 Tagen im Jahr

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StreetScooter der DHL-Group (Quelle: dpdhl.com)

 

Bonn. Die Initiative der Deutsche Post DHL Group zum Bau eines eigenen zukunftsweisenden Elektroautos, des StreetScooters, hat sich bewährt. Inzwischen fahren schon rund 1.500 dieser Fahrzeuge durch die Lande, um Briefe und Pakete auf umweltfreundlichem Weg zu den Empfängern zu transportieren. Die Zustellung mit den leisen StreetScootern erfolgt vor allem auf dem Land sowie in kleineren und mittleren Städten.

Die maximale Reichweite des 4,6 Meter langen Fahrzeugs beträgt mit einer Nutzlast aus Briefen und Paketen von 650 kg bis zu 80 Kilometer, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 80 Stundenkilometer. Das reicht, um die bis zu 300 Stopps und Anfahrvorgänge an bis zu 300 Tagen zu bewältigen. Das NaturschutzForum Deutschland (NaFor) begrüßt diese umweltfreundliche Initiative und zukunftsweisende Investition der Deutschen Post, denn außer der Geräuscharmut werden auch schadstoffhaltige Emissionen vermieden. Das Fahrzeug verfügt über eine Leistung von 30 kW, die von einer Lithium-Ionen-Batterie und einem Asynchronmotor erzeugt wird. Die technische Entwicklung erfolgte mit Instituten der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Die Deutsche Post DHL Group fördert zur Zeit aktiv in Forschung und Nutzung 22.500 Effizienzmaßnahmen an 13.500 Fahrzeugen, unter anderem mit Elektro- und Hybridantrieben, alternativen Kraftstoffen und motorelektronischen und aerodynamischen Modifikationen auf der Straße.

Näheres dazu ist nachzulesen unter: http://www.dpdhl.com/de/presse/specials/elektromobilitaet.html

Miriam Buhl


VBIO nimmt Stellung zur Novelle des Naturschutzgesetzes

Berlin. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit bereitet derzeit eine Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes vor. Bei dieser geht es um einzelne notwendige Anpassungen an die fortgeschrittene naturschutzpolitische Debatte bzw. an die Rechtsprechung.
Mit dabei: Die Schließung von Gesetzeslücken im Bereich des Heckenschutzes, die Aufnahme von Höhlen sowie naturnahen Stollen als gesetzlich geschützte Biotope, die verbindliche Festschreibung des länderübergreifenden Biotopverbundes sowie Regelungen zur Bevorratung von Kompensationsflächen in der „ausschließlichen Wirtschaftszone“ auf See.

Der VBIO hat im Rahmen der Verbändeanhörung den Entwurf kommentiert und dabei insbesondere die Änderungen der Vorschriften für besonders geschützte und bestimmte andere Tier- und Pflanzenarten (§ 44) kritisiert. Angesichts der Freistellungsoptionen für Land- und Forstwirtschaft im Rahmen der Eingriffsregelung und der im Siedlungsbereich restriktiven Regelungen des Baugesetzbuches ist der entsprechende Passus des Bundesnaturschutzgesetzes derzeit einer der wenigen Hebel, um überhaupt expliziten Artenschutz betreiben zu können. Vor diesem Hintergrund sollten Änderungen der Schutzvorschriften in § 44 nur mit besonderem Augenmaß erfolgen.

Die vorgeschlagenen Neuregelungen bieten allerdings zukünftig mehr Möglichkeiten, sich den Tötungs- und Verletzungsverboten zu entziehen – sei es durch eine entsprechende Auslegung unscharfer Begrifflichkeiten („signifikant erhöhtes Tötungsrisiko“, „Unvermeidbarkeit“, „Angemessenheit“) oder aber durch explizite Ausnahmegenehmigungen. Diese sollen in Anspruch genommen werden können, wenn zugleich hinreichend gewichtige öffentliche Belange die Realisierung der Maßnahmen erfordern“. Explizit benannt wird in diesem Fall das im Erneuerbare Energien Gesetz festgeschriebene öffentliches Interesse an der Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien. Betreiber von Windkraftanlagen können also zukünftig mit großzügigen Ausnahmegenehmigungen vom Tötungsverbot rechnen. Dies ist sicher kein Fortschritt für den Schutz von (unter anderem) Vögeln und Fledermäusen.

Pressemitteilung des VBIO, abzurufen unter: http://www.vbio.de/informationen/alle_news/e17162?news_id=23184

Von Bodenschutz und Blumenwiesen

NaFor fragt wegen aid-Reihe nach wichtigen Titeln

Berlin und Bonn.  Nur wenige Periodika zur fachlichen Kurzinformation von Landwirtschaft und Naturschutz sind so erfolgreich wie die Broschüren des Auswertungs- und Informationsdienstes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AID) e.V. in Bonn. Die Reihe wird maßgeblich gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BM). Das NaturschutzForum Deutschland (NaFor) sieht in vielen hundert Titeln auch wichtige Anleitungen für den angewandten Naturschutz. Solche Hinweise erleichtern die Kooperation mit der Landwirtschaft bei gemeinsamen Projekten, die zum Beispiel den Vertragsnaturschutz oder Kompensationsmaßnahmen betreffen. Die Hefte im A 5-Format umfassen etwa 30 bis 50 Seiten und lassen sich auch im anwendungsorientierten Schulunterricht, für die grafische Gestaltung von Vorträgen und Diskussionen sowie als Tischvorlagen für die Arbeit in politischen Ausschüssen verwenden.

Zu den Themen gehören der Natur- und Umweltschutz auf naturnahen und kultivierten Flächen im weitesten Sinne. Das beginnt bei Fragen der Eindämmung von Bodenerosionen (Bodenschutz und Landwirtschaft 1174), setzt sich fort mit Heil- und Gewürzpflanzen im eigenen Garten (1192) und gibt konkrete Pflegehinweise für Obstwiesen (7150) und Stauden (1236), Artenschutz im Acker (VHS-Videofilm 8883) sowie Biotoppflege mit Schafen (1197) oder Pflanzen des Dorffriedhofs (1148). Nach Aussage von NaFor zeigt ein Blick auf die aid-homepage, dass heute nur noch wenige jüngere Titel aufgerufen werden können – der größte Teil ist im Netz nicht mehr zu finden.

Eine Blumenwiese in den neunziger Jahren anzulegen, ist nach wie vor aktuell. Dabei lassen sich exzellente Grafiken wie im Heft 1155/1996, S.43/Bild 55, zur Schaffung vielfältiger Futterquellen und Lebensstätten für Tiere mit Bindung der Schmetterlinge und ihrer Raupen an die  „Blumenwiese als Lebensgemeinschaft“ (Text von Gotthard Wolf, BfN, Grafik  von Helge und Ilse Lipfert) gut bei den genannten Anlässen verwenden. Was spricht also dagegen, zumindestens ein Gesamtverzeichnis öffentlich zugänglich zu machen? Ist es vielleicht die Rücksichtnahme auf Interessen von Großagrariern, deren Lebens- und Futtermittel-Produktion natürlich anderen Vorgaben folgt als den Interessen des Schutzes naturnaher Lebensräume und ihrer Bewohner. Die alten Titel wären Erinnerung an die historischen  Tugenden der bäuerlichen Landwirtschaft auf kleinparzellierten Flächen, die sich nach wie vor auf Randflächen, auf Grenzertragsböden oder im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatz- sowie  Biotopverbundmaßnahmen umsetzen lassen.

Das BML teilte NaFor jetzt auf Anfrage mit, dass viele dieser Publikationen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik und Normen entsprächen. Auch stünden die begrenzten finanziellen und personellen Kapazitäten im Wege. Dennoch habe das BML dafür Sorge getragen, dass eine Word-Datei mit Stichwortsuche zur Verfügung gestellt werden könne. Zuständig ist der aid in Bonn (m.heidrich@aid-mail.de). NaFor begrüßt es, dass wenigstens über diesem Weg die Liste per E-Mail zugänglich gemacht wird. Denn wer die Vorteile der Wiesenmahd mit Balkenmäher statt Schlegelmäher beschrieben haben möchte, den interessiert die Darstellung des ökologischen Effektes mehr als die Frage nach der neuesten Technik, denn diese lässt sich aktualisieren, aber jene hilft in Argumentation und Verständnis.

Remmer Akkermann


Luftballon-Steigenlassen und dann ?

NaturschutzForum Deutschland: Kunststoffe können für Tiere lebensgefährlich sein

Oldenburg (Oldb).  Wer feierlichen Ereignissen, Demonstrationen oder Aktionstagen besonderen Ausdruck verleihen will, bedient sich nicht selten bunter Hilfsmittel. Dazu zählen insbesondere Luftballons verschiedenster Größen und Mengen. Wer mehr investiert, kann das auch über Feuerwerk, Fackelumzüge oder Einlagen mit  Drohnen zum Ausdruck bringen.  Das NaturschutzForum Deutschland (NaFor) hält diese Aktionen mehrheitlich für ungeeignet, weil die Folgen für Natur- und Landschaft nicht bedacht werden.

Aufgestiegene Luftballons kommen irgendwann wieder herunter. Sie liegen dann im Gelände herum und können von Tieren mit Futter verwechselt und aufgenommen werden, was zu Magen- und Darmverschlüssen führen kann. Ansonsten verbleiben sie auf dem Boden und es dauert –je nach Material- Jahrzehnte, bis  dieses vollständig mineralisiert ist. Die Verursacher sollten stattdessen die Ballons an Leinen begrenzt aufsteigen lassen, um sie am Schluss wieder einzuziehen und selbst zu entsorgen oder wiederzuverwenden. Mitteilungen lassen sich heute auf anderen Wegen sinnvoller verschicken als mit der Ballonpost.  Ähnliches gilt auch für das Wild erschreckende Störungen, die mit viel Lärm oder Blitzen  verbunden sind. Auch hier gäbe es Alternativen, die die Tiere nicht verängstigen, aber feierlichen Anlässen gerecht werden. In Frage kämen Multivisionsschauen, Tanz- oder andere Veranstaltungen in geschlossenen Räumen.

Aber auch andere Faktoren spielen eine Rolle. Der Storchenexperte Udo Hilfers berichtet davon, dass immer wieder Störche dabei beobachtet werden, wie sie Netze von Rundballen und landwirtschaftlich eingesetzte Bindegarne für den Nestbau verwenden; geraten diese in den Magen der Jungstörche, gibt es Komplikationen, das kann auch zu einem lebensgefährlichen Verheddern der Füße, Hälse und Schnäbel führen. Ausgespiehene Gewölle enthalten auch Gummibänder, wie sie oft zum Umwickeln von Radieschen und anderem Gemüse verwendet werden. NaFor appelliert deshalb für eine ordnungsgemäße Entsorgung solcher Gummibänder und wendet sich gegen das sorglose Wegwerfen in die freie Landschaft.  Ähnlich negativ sind die Auswirkungen von Folien, die von den Störchen als Polstermaterial ins Nest eingetragen werden. Bei stärkerem Regen kommt es dann schnell zu Unterkühlung der im Wasser liegenden Jungstörche oder Eier. Hilfers empfiehlt deshalb einen Austausch der oben liegenden erdigen Bestandteile und Kunststoffe gegen wasserdurchlässige Holzhäckselspäne, die wie eine Drainage wirken und vor dem Kältetod bewahren.

Wer Materialien aus der Hand gibt, muss sich also gleich fragen, wie sie am Ende aus der Natur herausgehalten werden können.

Das gilt natürlich ebenfalls  in einer ganz anderen Größenordnung für die unablässigen Immissionen aus industrieller, gewerblicher und häuslicher Produktion. Kohlen- und Schwefeldioxid, aber auch die Emissionen aus der Düngung von Kulturböden wie vor allem Stickstoffverbindungen führen flächenhaft zu negativen Effekten, ob in Boden, Wasser oder in der Luft. Das zeigt sich indirekt durch die in den letzten Jahren stark angewachsene grüne Schwimmdeckenbildung auf stehenden Gewässern aus Entengrütze zum Nachteil der darunter im abgedunkelten Wasserkörper lebenden Fische und Amphibien, deren Sichtfeld- und Bewegungsspielraum mehr oder weniger stark eingeschränkt sind. Selbst Graureiher und Eisvögel haben es dann schwer, ihre Beute zu fangen. Das NaturschutzForum hält deshalb eine verstärkte Kontrolle jener Verursacher für notwendig, die zu einer unzulässigen Nährstoffanreicherung (Eutrophierung) beitragen. Dass dies der Fall ist, unabhängig von den ständigen Erklärungen, dass niemand für zu viel Dünger unnötig Geld investiere, zeigen die genannten Beispiele von Gummibändern bis zur Entengrütze.

 

Günter Brüning (Wassergruppe der Agenda 21 Oldenburg)


Der Bundesverkehrswegeplan – in den nächsten 30 Jahren mehr sanieren statt auszubauen

NaturschutzForum Deutschland kritisiert zu lange Laufzeit und zu starke Förderung des traditionellen Straßenverkehrs, stattdessen mehr Bahn, mehr Ruhezonen und Visionen
Dazu ein Kommentar von Uwe Seeber.

Bundesverkehrsminister Dobrindt hat jetzt einen Verkehrswegeplan vorgelegt, aber es bleibt, was die Eckpunkte anbetrifft, alles beim Alten – und das für einen viel zu langen Zeitraum von drei Jahrzehnten. Wer weiß heute schon, welche Prioritäten sich in den nächsten sieben Legislatur- perioden auftun werden? Trotz der Energiekrise, trotz der Klimakrise, trotz der Umweltveränderung, trotz weiterer Umweltzerstörung, trotz der zur Neige gehenden Ölreserven und anderer Ressourcen wie Metalle und seltene Erden vermittelt der Plan keine überzeugende Vision. Eines von vielen Indizien zur ökologischen Situation ist der gerade bekanntgegebene 80 %ige Rückgang an fliegenden Insekten, das bedeutet einen Verlust an Bioindikatoren und auch ein entsprechend geringeres Nahrungsangebot für Vögel. Die E-Autos sind ja nicht nur positiv zu sehen, denn die Zahl der Fahrzeuge nimmt dadurch nicht ab, die Menge des Materialverschleißes könnte sogar noch zunehmen, der zur Zeit benötigte Strom wird noch überwiegend aus fossilen Brennstoffen gewonnen und die Kilometerleistungen sind relativ gering. An die stattdessen vielgepriesenen kosmetischen Ingenieurleistungen denkt man angesichts des ständigen Aus- und Anstellens der Motoren an Ampeln, es erspart etwas Kraftstoff, dürfte aber dem Motor nicht gut tun. Ständig überdecken in neuen Autos wartungsaufwändige und mehr und mehr kriminellen Cyberangriffen ausgelieferte IT-Anlagen den eigentlichen Bedarf, von A nach B zu kommen. Man darf sich angesichts unserer Zukunftsprobleme auch fragen, was eigenständig fahrende Automobile auf unseren Straßen zu suchen haben werden, einmal ganz abgesehen von der Tatsache, dass wir im Zeichen der größer werdenden Automatisierung der nächsten Arbeitslosigkeit entgegensteuern dürften. Insofern ist solche „künstliche Intelligenz“ mit großen Vorbehalten zu sehen.
Wir haben inzwischen in Deutschland fast 700.000 km Straßen und fast 40.000 km Schienenwege. Jetzt müssen nicht nur diese alle saniert und aufbereitet, sondern auch ein Großteil aller Brücken früher als geplant erneuert werden, weil ja der Verkehr nach aktuellen Berechnungen steigt. Bis 2030 soll der Personenverkehr um 15 %, der Güterverkehr sogar um 40 % zunehmen, Letzterer funktioniert heute mehr schlecht als recht. Die stauträchtigen Nordsüd- und Ostwest-Autobahnachsen sind auf vielen Abschnitten überlastet, wenn LKW-Schlangen sich bis zum Horizont stauträchtig unter großem Verlust von Arbeitszeiten und Wohlbefinden der Fahrer voran bewegen.
Wir brauchen regionale Verkehrskonzepte mit Vorrang für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und auch die Integration des Rads, wie uns Beispiele in den Niederlanden und Kopenhagen sowie Universitätsstädte wie Münster und Oldenburg vormachen. Gütertransport muss beschleunigt vom Lkw auf die Schiene, Lkw nur zur Nahverteilung. Es muss eine realistische Geschwindigkeitsregelung wie in den anderen Ländern der Fall erfolgen. Wer dort mal war, weiß, dass Geschwindigkeitsbeschränkungen bis zu 130 km/h zu einem ruhigen Verkehrsfluss führen und ein entspanntes Fahren ermöglichen. Von allen diesen Defiziten wissen Bevölkerung und Politiker seit langem.
Ein neues Denken ist in der Werbung zu favorisieren, dass Autos eine Transportfunktion erfüllen sollen und nicht zur Darstellung als Prestige-Objekt verkommen dürfen (der Papst macht es doch vor). Warum erklären wir das von Seiten der Naturschutzverbände? Als dezentral organisierter und unter den Mitgliedern vernetzter Naturschutzverband sind wir angesichts der kommenden drei Jahrzehnte Fernstraßenbau dafür,
– dass die Landschaft auch mit Ruhe- und Erholungszonen erhalten bleibt und nicht weiter für immer neue Bauprojekte zerschnitten wird,
– dass die Lebensräume für wildlebende Pflanzen und Tiere nicht weiter verkleinert oder zerstört, sondern Naturkorridoren (Biotopverbundsystemen) großräumig zugeordnet werden,
– dass die Fluss-Systeme und andere wertvolle Landschaftsbestandteile mindestens nach EU-Standards renaturiert und belebt werden,
– dass nicht nur Blühstreifen am Feldrand angelegt werden, sondern die Landwirtschaft zur Diversität und regelmäßiger Brache sowie mindestens 10 % jeden Betriebs als dauerhafte Ruhezonen verpflichtet wird,
– dass die agrarischen Tierbestände auf die vorhandenen Intensivflächen abzustimmen und zu begrenzen sind (laut ehemaligem Gülle-Erlass war eine Milchkuh/Hektar der Maßstab) – wie gerade vom Bundesumweltministerium gefordert. Mit diesen sinnvollen öffentlichen Subventionen können kleineren Betrieben landschaftspflegerische Aufgaben dauerhaft zugewiesen werden, ein Weg, um das unerwünschte Höfesterben aufzuhalten.
– dass Wind und Biomassen primär auf kommunaler Ebene entsprechend dem örtlichen Bedarf (und nicht mehr) von Energiewirten landschaftsschonend genutzt werden.
Aus diesen –und weiteren- Aspekten ist gemeinsam mit den hauptbetroffenen Interessengruppen eine Vision zu erarbeiten, die eine lebenswerte zukünftige Entwicklung im Siedlungs- und Außenbereich gleichermaßen schnell voranbringt. Ein „Weiter so“ kann es nicht geben, da die Grundlagen dafür fehlen und wir überall an Grenzen stoßen, ob beim Schutz der Böden, der Abwehr von exotischen Parasiten im Holz, der ausufernden Fischerei, der Kohlendioxid-Belastung und der aus dem Ruder gelaufenen Wachstumspolitik bis hin zu der Frage welche ökologischen Fußabdrücke eine immer weiter wachsende Bevölkerung mit sich bringt – die natürlichen Belange zu fördern, gelingt gerade auch jenen Staaten wie Schweden, wo nur ein Zehntel der in Deutschland ansässigen Bevölkerung lebt. Das Weniger trägt nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern wird auch den Verkehrslärm, den Flächenverbrauch und die Luftschadstoffe deutlich ändern. Wir wollen einen effektiven Schutz vor Verkehrslärm an Straßen, Schienen und Flughäfen. Wir wollen die Rechte der Menschen, die von Lärm betroffen sind, stärken. Das Nachhaltigkeitsziel, den Flächenverbrauch zu begrenzen, nehmen wir ernst. Der Bundesverkehrswegeplan führt zu zaghaft aufs richtige Gleis!
Die Bahn muss das Verkehrsmittel der Zukunft werden, nicht der Vergangenheit gewesen sein. Wir brauchen attraktive Zugverbindungen Tag und Nacht. Und weil Bahnfahren umweltfreundlich, sicher und sozial ist, darf es nicht teurer sein als das individuelle Autofahren und Fliegen. Dazu brauchen wir bessere Wettbewerbsbedingungen der weiterhin bundeseigenen Bahn und sollten mit ihren (vorübergehenden) Schwächen nachsichtiger umgehen.
Die Infrastrukturplanung muss neu aufgestellt werden. Bahnverkehr und ÖPNV sollten gut getaktet und Anschlüsse besser aufeinander abgestimmt werden, Optimierungen in alle Richtungen sind ein Dauerthema. Warum geht das in der Schweiz, nicht aber in Deutschland? Außerdem könnte die Bahn weiterhin der Vorreiter für die Energiewende sein. Die Bahn sollte 100 % aus regenerativer Energie gespeist werden. Autos sollen den Anteil vernetzter Mobilität unterstützen, aber nicht verdrängen. An den Schnittstellen des ÖPNV stehen vor allen Dingen Car-Sharing-Modelle.
Nach wie vor spielt in unserer Region der Güterverkehr auf dem Lkw noch eine viel zu große Rolle. „Just in time“, der LKW als rollendes Lager, kann auch teure Kehrseiten haben, wie das Beispiel VW im August gerade gezeigt hat. Die Autobahn darf nicht die verlängerte Lagerhalle der Fabriken sein. Güterverkehr gehört auf die Schiene oder das Binnenschiff. Außerdem sollte unnötiger Transport durch halb Europa vermieden werden. Das setzt zugleich eine gute Information der Verbraucher und Verkehrsnutzer voraus. Denn in den Details der Abstimmungen liegen die notwendigen Fertigkeiten. Da bleiben abgelegene Dörfer und ältere Menschen nicht draußen vor, sondern werden über Shuttle-Busse, Rufbereitschaften, Schulbusverkehr und andere Fahrkonzepte 24 Stunden vernetzt und sei es über Rufbereitschaften und geförderte Taxis. Auch sollte beim Kauf täglicher Produkte auf die Herkunft geachtet werden, kurze Wege und Lebensmittel der Saison sollten bevorzugt werden.
Nur so kann eine auch im kleinteiligen Bereich lebendige und erholungswirksame Kulturlandschaft erhalten bleiben. Das NaturschutzForum Deutschland hält diese Vorgehensweise für notwendig und fordert eine beschleunigte Umsetzung, denn Energie-, Klima- und Rohstoffkrise sind schon Realität oder stehen vor der Tür und lassen sich nicht zurückdrehen. Versuchen wir jetzt das, was noch möglich ist für uns und kommende Generationen zu erhalten. Hier ist der Appell „Wir schaffen das!“ in existenzieller Hinsicht notwendig, benötigt aber ein gut aufeinander abgestimmtes europaweites bis internationales Zusammenwirken aller Akteure.

Der Autor ist zu erreichen unter: dr.u-seeber@ewetel.net


Der Fischadler (Pandion heliaetus)

Neues Ökoporträt der Naturschutzverbände NaFor und BSH verfasst von Ulrike Marxmeier, Frank Körner und Frank Apffelstaedt.

Wardenburg. NaFor und BSH danken der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) für die Finanzierung dieses Ökoportraits.

In Mitteleuropa sind Fischadler Zugvögel, die den Winter im tropischen Afrika südlich der Sahara verbringen. Jedes Jahr wandern sie von dort aus in ihre Brutgebiete. Diese befinden sich vor allem in Polen und in Ostdeutschland, einige brüten in Niedersachsen. Die Adler treffen dort ab Ende März ein. Im August und September brechen sie wieder in die Winterquartiere auf. Weltweit gesehen sind Fischadler auf allen Kontinenten zu Hause. Sie brüten in Nord- und Mittelamerika, in Nord- und Osteuropa, an einigen Küsten des Mittelmeeres, in großen Teilen Asiens bis zum Indischen Ozean, in Teilen Afrikas sowie an den Küsten Australiens. Je wärmer das Klima in den einzelnen geographischen Regionen im Herbst und Winter ist, desto weniger ziehen die Fischadler nach ihrer Brut in andere Gebiete zur Überwinterung.

Ein Fischadler ernährt sich ausschließlich von Fisch und ist speziell an eine Jagd auf diese Tiere angepasst. Im Suchflug fliegt er ein Gewässer ab, über erfolgversprechenden Stellen bleibt der Adler im Rüttelflug in der Luft stehen, bis er eine Beute entdeckt hat. Dann stürzt er sich mit den Krallen voran steil ins Wasser, um sie damit zu packen. Die Flügel des Fischadlers können besonders weit über den Rücken geschlagen werden. Dadurch bekommt der Adler den nötigen Auftrieb, um sich mit seiner manchmal schweren Beute aus dem Wasser herauszuarbeiten.“

 

Näheres erfahren Sie im neuen Ökoporträt Nr. 54, welches hier auf der BSH-Homepage eingesehen werden kann.

 


Eschensterben auch im Altkreis Wittlage

Bohmte. Fährt man die Bundesstraße 51 von Bohmte zum Mittellandkanal, so fallen bedrückend die z.T. fast kahlen Eschen ins Auge, die vom Eschensterben befallen sind. Bisher schien das sog. Eschen- oder Eschentriebsterben weit weg von hier zu sein. Anfang der 90er Jahre gelangte diese Pilzkrankheit aus Fernost über das Baltikum, Polen nach Dänemark/Skandinavien und Großbritannien. Sie erreichte Tschechien und Österreich, und in Deutschland ist sie offensichtlich mindestens seit 2008 vertreten. Wie ernst die Situation ist, zeigt das Beispiel Dänemark, wo bereits über 90 % der Eschen dieser Krankheit zum Opfer gefallen sind. Und auch für Deutschland sind die Prognosen recht unerfreulich, rechnet man doch bis 2017 mit einem Verlust von einem Drittel aller Eschen.

Sieht man sich hier in der Landschaft, an Hecken, Straßen, aber auch in Parks um, so scheint diese Vorhersage nicht unwahrscheinlich.

Wie äußern sich die Schäden? Konnte man bis Ende April auf Grund des milden Winters noch von einem sehr späten Austrieb ausgehen, so zeigen sich ab Mitte Mai bis jetzt sehr deutlich die gravierenden Schäden.

Die Spitzen der Astpartien oder manche Äste sind kahl, die Kronen der Bäume sind „verlichtet“, Neutriebe mit Blättern befinden sich in tieferen Bereichen, die abgestorbenen Triebspitzen und Zweige sind je nach Befallsdauer trocken-braun.

Ursache für diese Krankheit ist ein Pilz, der in Europa schon seit langer Zeit bekannt ist, dessen asiatischer „Zwilling“ aber aggressiv gewebezerstörend wirkt. Er befällt zunächst die Blätter und dringt dann über die Blattstiele in die Triebe/Äste bis in das Stammholz ein. Wasser und Nährstoffzufuhr werden behindert, das Holz durch weitere pilzliche und tierische Parasiten geschädigt, verfärbt und später wertlos. Die milden Winter in den letzten Jahren haben offensichtlich zur Verstärkung der Schäden beigetragen. Wie man leider sehen kann, werden sowohl junge wie ältere Bäume befallen.

Leider gibt es keine wirkungsvollen Abwehrmaßnahmen, da der Erreger über die Luft, also Wind und Wetter übertragen wird.  So ist es sinnvoll, keine neuen Eschen zu pflanzen. Das Laub von Eschen im Gartenbereich zu entsorgen, dürfte nur eine bescheidene Vorsorge sein.

Rückschnitt schafft keine Abhilfe. Bis auf Weiteres bleibt also nur die Hoffnung auf die Anpassung der Pflanze an den zerstörenden Pilz.

Prof. Dr. Christoph Wonneberger (BSH)

Zu dem Thema auch unter: NWZ Online

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Geschädigte junge und alte Esche an der B 51 (Foto: C. Wonneberger)

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Esche mit noch gesunder Krone (Foto: C. Wonneberger)


Maskenschläfer alias Gartenschläfer

BSH und NAFOR geben neues Merkblatt heraus, das die Biologie dieser Art näher beleuchtet.

Mit seiner Überlebensstrategie gelingt es dem Maskenschläfer (alias Gartenschläfer) die „unterschiedlichen Klimazonen zu besiedeln: den mediterranen Süden, den atlantischen Westen, den kontinentalen Osten und den pontischen Südosten. Hinzu kommen die Inseln im Mittelmeer wie Sizilien, Korsika, Sardinien und Formentera. In Körpergröße und Farbigkeit passt er sich dem Klima und den Ernährungsbedingungen an. Im Mittelmeerraum sind die Bilche lichter und tragen ein rötliches Braun; in den östlichen Gebieten sind die Felle gräulich. Die Körperunterseite ist immer heller, meistens fast weißlich und oft mit gelblicher Tönung. Auch die Füße und die Wangen sowie die Halsseiten sind derart hell gefärbt. Darüber liegt das diese Bilchart kennzeichnende schwarze Band, das an der Nasenseite beginnt, das Auge umschließt, unter dem Ohr entlang führt und die Halsseite erreicht. So entsteht die Färbung einer Maske, die dieser Bilchart den Namen geben soll“.

Ausschnitt aus dem Ökoporträt.

Ausschnitt aus dem Ökoporträt.

 

Näheres erfahren Sie im neuen Ökoporträt Nr. 53, welches hier auf der BSH-Homepage eingesehen werden kann.

Kathrin Kroker


Stechmücken als Nahrungsangebot und Krankheitsüberträger

Tigermücke_BNITM

Tigermücken sind Zweiflügler, deren Weibchen Blut saugen. Die Männchen hingegen nehmen Pflanzensäfte auf.  (Foto: Mit freundlicher Genehmigung durch das Bernhard-Nocht-Institut (BNITM)

 

Tigermücken auch schon im Norden angekommen

Wardenburg. Schon immer spielten blutsaugende Fluginsekten wie Stechmücken, Kriebelmücken, Bremsen und Wadenstecher biologisch und medizinisch auch in Mitteleuropa eine wichtige Rolle. Einerseits sind die wasser- oder schlammlebenden Larven eine bedeutende Nahrung für andere Organismen, wie zum Beispiel für Kleinkrebse, Kleinfische, Amphibien und Singvögel. Andererseits gab und gibt es zahlreiche Erkrankungen, deren Erreger von den verschiedenen Mückengruppen auf Menschen oder Tiere übertragen werden. So waren die Bewohner ganzer Landstriche, wie z.B. Butjadingen oder Ostfriesland, in den zurückliegenden Jahrhunderten bis in die 1950er Jahre vom sogenannten „Marschenfieber“ betroffen. Übertragen wurde diese Krankheit von Stechmücken der Gattung Anopheles. Wie die Weibchen aller Stechmückenart saugen auch die Anopheles-Arten das Blut von Warmblütlern, da sie dieses für die Reifung der Eier benötigen. Ist der Blutwirt an Malaria erkrankt, nehmen sie mit seinem Blut die Erreger (Sporozoen) auf. Nach deren Weiterentwicklung und Vermehrung im Mückenkörper geben die Mückenweibchen sie bei einer späteren Blutmahlzeit mit dem Speichel an einen anderen Wirt ab. Hierzulande fliegen neben den Anopheles-Mücken aber noch viele andere Mückenarten. Vor allem die verschiedenen Arten der Gattung Culex sind in der Nähe des Menschen regelmäßig anzutreffen und übertragen andere Krankheiten, wie z.B. das West-Nil-Fieber. Die von den Anopheles-Arten zu unterscheidende Körperhaltungen beschreibt ein alter Merkspruch: „ Sitzt `ne Mücke schräg zur Wand, Anopheles wird sie genannt!“.

Zu den 50 in Deutschland heimischen Stechmückenarten zählt inzwischen auch die Japanische Buschmücke (Ochlerotatus japonicus). Sie wurde erst 2008 in der Schweiz und bald danach in Süddeutschland nachgewiesen und besiedelte ursprünglich nur Japan, Korea und Südchina. Offenbar breitete sie sich nach ihrer Einschleppung schnell bis nach Norddeutschland aus. Soweit bisher bekannt, bieten dieser Art Friedhöfe mit den dort aufgestellten Blumenvasen ideale Brutstätten. Als sogenannter „Rockpool-Moskito“ findet man sie aber auch in Vogeltränken, Regenfässern, Gießkannen, vergessenem Kinderspielzeug und anderen kleinen Gefäßen im Haus- und Hofumfeld, in denen sich kleine Wasserneigen sammeln. Schon im Sommer 2015 hatte die Japanische Buschmücke das südliche Niedersachsen erreicht. Human- und Veterinärmedizin wiesen nach, dass diese Art das Dengue- und das Chikungunya-Virus aber auch weitere Erreger übertragen kann, Krankheiten, die oft schwerwiegende Erkrankungen des Menschen auslösen. Solche Arbovirosen (von Gliedertieren, also Arthropoden, übertragene Viruserkrankungen) können aber auch Tiere betreffen.

An der Verschleppung der Japanischen Buschmücke hatte der weltweite Altreifenhandel sehr wahrscheinlich wesentlichen Anteil. Dies war in der Nachkriegszeit schon für die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) der Fall und gilt auch für die inzwischen regelmäßig nach Deutschland eingeschleppte, Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus). All diesen Arten gelingt es, die Wasserpfützen zu besiedeln, die sich in lagernden Reifen und anderen kleinsten Wasserneigen bilden. Im Eistadium können sie dann aber auch deren Austrocknung überdauern.

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictuis) stammt aus dem asiatischen Raum und breitete sich ebenfalls schnell in verschiedenen Ländern Europas aus. Während die Japanische Buschmücke aber in ihrem Ursprungsgebiet die höheren und kühleren Gegenden besiedelte, entstammt die Tigermücke den tropischen und subtropischen Regionen. Trotzdem, die relativ kühlen Temperaturen in Mittel- und Nordeuropas behindern sie offenbar weit weniger als zunächst erwartet. In Italien gelang der Asiatischen Tigermücke die Etablierung und Ausbreitung bereits in den 1990er Jahren, 2007 fand man sie dann erstmals im Rheinland. Anders als die Japanische Buschmücke, schaffte sie es bisher aber nicht, sich in Deutschland längerfristig zu etablieren.

Die Busch- und Tigermücke kennzeichnet eine dunkle Körperfarbe mit auffallenden, weißen Streifen am Körper und an den Beinen. Beide können aber leicht mit heimischen Arten verwechselt werden. Im Unterschied zur den typischen Hausmücken attackierten die eingewanderten Arten den Menschen tagsüber, sie widersteht nicht selten auch sehr hartnäckig abwehrenden Handbewegungen. Auch werden mehrere Blutwirte schnell nacheinander angeflogen, was die Ausbreitungswahrscheinlichkeit einer Infektion erhöht.

Die medizinischen Risiken und die Lästigkeit der Stechmücken lassen viele Menschen über Möglichkeiten der Bekämpfung nachdenken. Dies mag bei künstlichen Behältnissen, wie Regentonnen, Garten- und Friedhofsvasen, praktikabel und unschädlichn sein. Aufgrund der unzureichenden Kenntnisse über die Bedeutung von Naturhabitaten als Brutstätten für die neu eingewanderten Mücken ergeben sich für den Naturschutz Konfliktsituationen. Grundsätzlich sind Tiere, die sich über Jahrmillionen vor dem Auftreten des Menschen entwickelt und evolutiv durchgesetzt haben, ein natürliches Glied des Nahrungsnetzes im Wasser und nach dem Schlupf auch für die Fledermäuse und Vögel, die z.B. am Ufer oder über dem Gewässer jagen. Welche Folgen ihre Abwesenheit nach sich ziehen könnte, ist kaum untersucht. Andererseits stehen zumindest die gesundheitlichen Belange des Menschen im Gesetz über den Belangen des Naturschutzes.

Für heimische Stechmückenarten, die größere Gewässer besiedeln, ist die Förderung natürlicher Feinde oft empfehlenswert. Das sind Mücken(larven)vertilger unter Wasser, also Moderlieschen und weitere Kleinfischarten, Wasserkäfer und Libellen sowie deren Larvalstadien, auch von Molchen, Kröten und Fröschen. Über Wasser machen diese Arten als erwachsene Tiere im Fluge und mit Sprüngen sehr erfolgreich Jagd auf die Mücken. Zu möglichen natürlichen Feinden und Konkurrenten der in winzigen Wasserneigen lebenden Entwicklungsstadien von Buschmücke und Tigermücke gibt es in der Literatur kaum Aussagen. Die tagsüber fliegende Tigermücken dürften allerdings zum Nahrungsspektrum der Insekten fressenden Singvögel zählen, also z.B. Seglern, Schwalben, Rohrsängern, Grasmücken, Meisen und Braunellen. Auch Körnerfresser wie Sperlinge füttern Jungvögel mit Fluginsekten, soweit sie deren habhaft werden. Teichbesitzer sind gut beraten, möglichst zahlreiche Kleinfische wie Moderlieschen, Ukelei, Elritze und Stichlinge mit abwechslungsreicher Vegetation und guter Wasserqualität zu fördern und Raubfischbestände oder großwüchsige Vertreter wie alte Karpfen klein zu halten.

Ellen Kiel, Remmer Akkermann, Liesa von Essen

Das Wasser von Vogeltränken sollte zweimal wöchentlich erneuert werden, um der Entwicklung von Mückenlarven vorzubeugen. Das dient auch der Hygiene gegen Salmonellen oder Spulwurmeier. Andere wasserhaltende Gefäße sollten umgekippt und geleert werden (Foto: Remmer Akkermann)

Frösche in künstlichem Wasserbecken; Mücken gehören zur Hauptnahrung (Foto: R. Akkermann)

Zu den Mücken-Jägern gehören Kleinfische, darunter das Moderlieschen [Grafik: aus Naturschutz Praktisch, Nr. 33, 1983]

Zu den Mücken-Jägern gehören Kleinfische, darunter das Moderlieschen (Grafik: aus Naturschutz Praktisch, Nr. 33, 1983, verändert)

Stechmücke_Modell_klein

Dieses große Modell dient der Demonstration der äußeren Gestalt und Merkmale der Mücken (Mit freundlicher Genehmigung von SOMSO-Modelle, Coburg)


Digitaler Biodiversitätsatlant der Hochschule Bremen ausgezeichnet

Bremen. Das Projekt „Online-Atlas zur Biologischen Vielfalt“ von Prof. Dr. Heiko Brunken, Professor für Angewandte Fisch- und Gewässerökologie, und Prof. Dr.-Ing. Heide-Rose Vatterrott, Professorin für Informatik, wurde erneut von der UN-Dekade Fachjury ausgezeichnet. Aus diesem Anlass wird in Kürze auf der Webseite der UN-Dekade (http://www.undekade-biologischevielfalt.de) unter der Rubrik „Projekt der Woche“ auf das Projekt der Hochschule Bremen hingewiesen.In einer Arbeitsgemeinschaft zwischen Biologie und Informatik an der Hochschule Bremen wurden Internetwerkzeuge entwickelt, um Daten über biologische Vielfalt dezentral zu erheben, auszuwerten und über Fachportale einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Das vollständig auf Open-Source-Webanwendungen beruhende Projekt folgt mit dem „Digitale Biodiversitätsatlanten“ dem Gedanken des so genannten „Citizen Science“ und baut Brücken zwischen Wissenschaftlern, akademisch gebildeten Experten und engagierten Bürgern. Weitere Informationen unter: http://biodiversity.hs-bremen.de/. Ganz speziell für Bremen wurde mit dieser Software der „Säugetieratlas von Bremen und Umgebung“ entwickelt, für den seit seiner Veröffentlichung im Januar 2015 bereits über eintausend Beobachtungen eingegangen sind: http://www.saeugetieratlas-bremen.de/.

Bereits im November 2013 wurde das Projekt „Digitaler Biodiversitätsatlas – Open Access Darstellung faunistischer Daten im Internet“ der AG Biodiversität im Forschungscluster „Region im Wandel“ an der Hochschule Bremen als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Die Würdigung geht an Projekte, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen.

Die Original Presseinformation finden Sie unter: http://www.pressebox.de/pressemitteilung/hochschule-bremen/Online-Atlas-zur-Biologischen-Vielfalt-erneut-von-UN-Dekade-Fachjury-ausgezeichnet/boxid/767503
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