Das Aktionsbündnis gegen die Weservertiefung lädt ein zum Vortrag „Die Weser – Lebensraum und Wasserstraße“ mit Gert Rosenbohm am Mittwoch 21.1.2026 um 19 Uhr

20260121 Vortrag Weser

Wir befinden uns mitten in der Sturmflutsaison. Letzten Samstag ist in Brake ein Stück Uferbefestigung an der Weser abgebrochen. Die Wesermarsch ist laut neuem Klimarisikoindex des Instituts der deutschen Wirtschaft hinter der Stadt Wilhelmshaven der am meisten vom Klimawandel bedrohte Landkreis in Deutschland. Vor diesem Hintergrund gewinnt der Vortrag „Die Weser – Lebensraum und Wasserstraße“ unbequeme Aktualität. Zu diesem lädt das Aktionsbündnis gegen die Weservertiefung am Mittwoch 21. Januar um 19 Uhr zum Segelclub Nordenham ein.

Die Weser trägt wesentlich zu unserer regionalen Lebensqualität bei. Auf der anderen Seite fordern wir ihre Qualitäten durch immer neue Vertiefungen heraus. Gert Rosenbohm ist seit etlichen Jahrzehnten ein ausgemachter Kenner der Weser. Er ist aktiver Freizeitfischer im SFV Brake und Mitglied im Braker Segelverein und setzt sich beim BUND Wesermarsch und dem Aktionsbündnis gegen die Weservertiefung ein. Er wird berichten, was der Fluss in der Vergangenheit hat hinnehmen müssen: Naturereignisse veränderten Fluss und Landschaft. Das frühe Einwirken der Menschen auf den Fluss führte zu besonders umfangreichen und bis heute nicht endenden negativen Auswirkungen: Erosion, Versandung, Vertiefung, Strömung, Tidenhub, Versalzung, Verschlickung, Verschmutzung. Diese stehen unmittelbar in Zusammenhang mit der Ökologie des Flusses, dem Artenschwund, der Lebensqualität der Bevölkerung und besonders deren zunehmender Gefährdung durch Sturmfluten. Eine weitere Vertiefung der Weser würde alle genannten Probleme vergrößern. Die dadurch kalkulierten Zugewinne der Wirtschaft sind spekulativ. Eine Vertiefung würde auch gegen die gesetzlichen EU-Vorgaben für das Gewässer Weser verstoßen.

Gert Rosenbohm betrachtet alle diese Punkte im Detail und erläutert die Wirkungszusammenhänge. Er bezieht sich auf aktuelle, öffentlich zugängliche, wissenschaftliche Erkenntnisse und seine eigenen Beobachtungen seit 1960. Das Aktionsbündnis gegen die Weservertiefung heißt dazu alle Interessierten und insbesondere alle Aktiven im Wassersport herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei. Der Segelclub bietet Getränke zum Erwerb an.

Hintergrundinformation: Klimarisikoindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und der ERGO Versicherung

www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/johannes-ewald-hanno-kempermann-welche-regionen-besonders-vom-klimawandel-bedroht-sind

 

 


Wie eine Hitzewelle im Jahr 2003 den Nordatlantik bis heute verändert

aus VBIO – Aktuelles aus den Biowissenschaften

Extremereignisse verändern die Ökologie im Meer sprunghaft: Eine einzige marine Hitzewelle im Jahr 2003 hat beispielsweise Artenzusammensetzung und Nahrungsnetz-Beziehungen im Nordatlantik so beeinflusst, dass die Folgen bis heute wirken.

Die Lodde (oben links) gehört zu den Verlierern, wenn sich das Ökosystem ändert. Copyright: Thünen-Institut/Karl-Michael Werner

Zunächst erscheint es erstaunlich, dass diese Erkenntnisse bisher unentdeckt blieben. Die Ursache liegt darin, dass oft nur prominentere Arten wie Pflanzen und Wirbeltiere untersucht werden. Die Trierer Forschenden weiteten das Spektrum aber auf deutlich kleinere Ebenen wie Pilze, Plankton, Algen oder Gliederfüßer aus, von denen sie zehntausende Arten untersucht haben. Diese spielen in der Nahrungskette eine unverzichtbare Rolle.

Die Ökologie des Nordatlantiks ist im ständigen Wandel. Manchmal verändert sie sich jedoch sprunghaft. Ein Grund: sogenannte Extremereignisse. Ein Beispiel dafür sind marine Hitzewellen. Ein Forscherteam unter der Leitung des Thünen-Instituts für Seefischerei hat jetzt herausgefunden, dass eine einzige, weiträumige Hitzewelle im Jahr 2003 die Artenzusammensetzung und die Nahrungsnetz-Beziehungen im subpolaren Nordatlantik bis heute nachhaltig beeinflusst. Die Studie wurde jetzt in Science Advances veröffentlicht. „Die Auswirkungen eines solchen Ereignisses reichen bis an uns Menschen heran, weil sie die Verbreitung von Fischarten, die wir essen und an die der Fischfang seit Jahrzehnten angepasst ist, ändern“, erläutert Dr. Karl-Michael Werner vom Thünen-Institut für Seefischerei, Erstautor der Studie. Derartige physikalische Extremjahre könnten auch in Zukunft plötzliche und unvorhersehbare Auswirkungen auf das Leben im Ozean haben. Die Frage sei nun, unter welchen Bedingungen sich eine derart großflächige Hitzewelle mit so weitreichenden Folgen wiederhole. „Nach 2003 gab es weitere Hitzewellen, die aber keine nennenswerten Veränderungen hervorgerufen haben“, sagt Werner.

Ein „perfekter Sturm“ wirkt bis heute nach

Die Forschenden haben untersucht, wie sich ein weiträumiges Extremereignis im Meer auf Artengemeinschaften und die Verbreitung einzelner Organismen auswirkt. Dafür haben sie rund 100 Zeitreihen untersucht, die biologische Kennzahlen enthielten. Unter anderem kamen wesentliche Daten aus der Wassersäule und vom Tiefseeboden vom LTER (Long-Term Ecological Research) Observatorium HAUSGARTEN des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Dort in der Framstraße zwischen Grönland und Svalbard finden seit mittlerweile 25 Jahren ökologische Langzeituntersuchungen statt. Ein Großteil der untersuchten Parameter zeigte abrupte Änderungen im Jahr 2003 oder kurz danach. In dem Jahr fand ein sogenannter „perfekter Sturm“, eine Kombination aus Ereignissen mit besonders dramatischen oder überraschenden Auswirkungen, im und über dem subpolaren Nordatlantik statt. Während sich eine ungewöhnlich große Menge warmen, subtropischen Wassers zwischen Island und Schottland ihren Weg nach Norden bahnte, strömten ebenso ungewöhnlich kleine Mengen arktischen Wassers östlich von Grönland südwärts. Im selben Jahr erreichte die Atmosphäre über demselben Gebiet rekordheiße Temperaturen. Die Auswirkungen waren bis nach Zentraleuropa spürbar, wo tausende Menschen an den Folgen von Hitzewellen starben. Diese Kombination führte dazu, dass auch die Meerestemperatur im Nordatlantik zwischen Westgrönland und der norwegischen Küste Rekordwerte erreichte.

Von einzelligen Algen bis zu Walen – kein Lebewesen blieb von der plötzlichen Wärme verschont. Während sich Fischarten wie Kabeljau und Schellfisch nach Norden ausbreiten konnten, weil sich zurückziehendes Eis und höhere Temperaturen Lebensraum freigaben, fing die Lodde an zu leiden. Der wichtigste Futterfisch für höhere Ebenen im Nahrungsnetz des subpolaren Nordatlantiks verschob sein klassisches, südwestlich vor Island liegendes Laichgebiet nach Norden. Mit schwerwiegenden Folgen: Eier und Larven der Lodde treffen auf neue Strömungsmuster. Sie treiben nun bis an die Küste Ostgrönlands. Dort treffen sie auf ungleich schwierigere Lebensbedingungen, an die der Lebenszyklus der Art nicht angepasst ist. Nur wenige Eier und Larven überleben die ungewohnten Bedingungen. Gewinner auf der anderen Seite sind Wale, etwa der Buckelwal. Er kann den Lodden nun folgen und ist nach mehr als 150 Jahren wieder ein regelmäßiger Besucher Südostgrönlands.

Auch eine ungefähr zwei Jahre nach dem „perfekten Sturm“ einsetzende Wärmephase in der Framstraße zwischen Svalbard und Grönland, tausende Kilometer von der eigentlichen Rekord-Stelle gelegen, konnten die Autor*innen erstmals damit in Verbindung bringen. Das warme Wasser brachte neuen Organismen mit, die von der Oberfläche bis zum Meeresboden das gesamte Ökosystem abrupt veränderte. Das warme Wasser sorgte für mehr Biomasse, die abgestorben zum Meeresgrund sinkt. Dort dient sie Sediment-Bewohnern wie Schlangenstern und Fadenwurm als Nahrung. Allerdings heißt mehr nicht automatisch besser. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Nährstoffqualität in der sinkenden Biomasse im gleichen Zeitraum abnahm.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass unerwartete Extremereignisse nicht vorhersehbare ökologische Kaskaden auslösen“, sagt Werner. Wie sich die Umwelt durch die erwartete Erwärmung verändern wird, wisse aktuell niemand. Man könne zwar vorhersagen, wie steigende Temperaturen den Stoffwechsel von Organismen beeinflussen und mitunter begünstigen. Aber wenn eine Art sich deshalb nach Norden bewege und dort entweder gefressen wird oder keine passenden Laichgründe findet, werde sie nicht davon profitieren. Die einzigen Arten, die sich immer wohl fühlen, seien die typischen Opportunisten, wie der Kabeljau. „Sobald die Umwelt es einigermaßen zulässt, breitet der sich aus und frisst alles, was ihm in den Weg kommt“, sagt der Wissenschaftler.

Thünen-Institut für Seefischerei


Originalpublikation:

Karl Michael Werner, Ismael Núñez-Riboni, Thomas Soltwedel, Raul Primicerio, Margrete Emblemsvåg (2025). Major heatwave in the North Atlantic had widespread and lasting impacts on marine life, Science Advances, DOI: 10.1126/sciadv.adt7125

 


Positionen des Naturschutzforum Deutschland e.V. – Jahresvertreterversammlung 2025

1. Paludikulturen ersetzen keinen Artenschutz in Mooren

Naturschutzforum fordert die Erhaltung alter Torfstiche zugunsten auch trockenheitsabhängiger Arten wie Reptilien und Schmetterlinge

Wardenburg / Diepholz / Emsland. Das Naturschutzforum Deutschland (Nafor) sieht keinen Vorteil in der derzeit politisch vorangetriebenen übermäßigen Vernässung von Moorstandorten. Besonders gefährdet sind vor allem Refugialräume von Wirbeltieren, die sich als Kulturflüchter in anmoorige Standorte zurückgezogen haben. Viele der heute in den ehemaligen deutschen Hochmooren lebenden Arten sind mooruntypisch, so NaFor. Das betrifft Singvogelarten wie Fitislaubsänger und Neuntöter ebenso wie Brachvögel, Bekassine und andere Schnepfen. Besonders hart würden Veränderungen durch ansteigende Wasserstände die trockenheitsliebenden Arten treffen. Beispiele sind Schlingnattern und Eidechsen, aber auch Schmetterlinge wie den Heidekrautbürstenbinder, deren Weibchen ähnlich wie bei Glühwürmchen nicht fliegen können. Hier muss äußerst sensibel vorgegangen werden. Wird einmal zu hoch angestaut, ertrinken die auf trockene oder mäßig feuchte Standorte angewiesenen Arten.

Die Umwandlung von artengeschützen Moor- und Nachbarstandorten hin zu dauernassen Arealen ist daher nach Auffassung des NaFor mit dem Bundesnaturschutzgesetz und dem Tierschutzgesetz kaum vereinbar. Deshalb ist auch die großflächige Umsetzung der Paludikultur aus Artenschutzgründen sehr kritisch zu sehen und eine Höherbewertung von Klimaschutzaspekten keinesfalls gerechtfertigt. Zudem ist fraglich, ob der Torfmoosanbau tatsächlich eine funktionierende torferhaltende Bewirtschaftungsform sein kann. Erfahrung auf Versuchsflächen im Landkreis Oldenburg zeigen, dass oft eher Binsen die Oberhand auf diesen Flächen gewinnen. Angesichts der heimischen Not an Platz und geeigneten Flächen appelliert das Naturschutzforum an alle Behörden, die eine Umwidmung von jahrzehntealten Ruhezonen zu Paludiflächen planen, diese Vorhaben angesichts der erheblichen Störungen und Schäden nicht in die Tat umzusetzen. Ebenso kritisch sieht das Nafor ein ingenieurtechnisches Aufrechnen und Vergleichen von Klimaleistungen von Mooren und Waldgebieten. Nafor favorisiert die Förderung von Naturwäldern und Nutzgehölzen mit standort- und klimageeigneten Pflanzen, die Lebensgemeinschaften im überregionalen Verbund bilden und sich bestmöglich in Abstimmung mit den vorhandenen Wirtschaftsformen in ein abwechslungsreiches Mosaik mit möglichst gemischten Nutzungen zu entwickeln.

Die Details zum Bestandsschutz von Lebensgemeinschaften und speziellem Arteninventar sind der untenstehenden weiterführenden Literatur aus dem Diepholzer Moor und emsländischen Mooren zu entnehmen.

Haverkamp, Michael (2022): Ein Glücksfall – Artenreiches Moor. Kartierung der vorhandenen Flora und Fauna in den Naturschutzgebieten des Naturpark Moor.- Emsland Moormuseum e.V., Geestmoor 6, 49744 Geeste / Groß-Hesepe, 132 S., ISBN 978-3-89946-320-0; www.dnb.d-nb.de

Akkermann, Remmer (1982): Regeneration von Hochmooren – Zielsetzungen, Möglichkeiten, Erfahrungen.- Tagungsband. Informationen zu Naturschutz und Landschaftspflege. 3, 335 S., BSH Wardenburg

 


2. Naturschutzforum Deutschland kritisiert die Verpressung von Kohlendioxid in den Untergrund

Wardenburg. Kohlendioxid (CO2) benötigen chlorophyll-aktive Pflanzen zur Produktion von Zucker, begleitet von der Bildung von Sauerstoff. Atmende Lebewesen wiederum benötigen Sauerstoff und geben CO2 wieder ab. Dieses natürliche Gleichgewicht wird durch die anhaltende Verbrennung fossiler Brennstoffe im industriellen Maßstab gestört. Extreme Überschüsse von CO2 wurden und werden in der Atmosphäre angereichert und sind verantwortlich für den Klimawandel. Vor allem Industrie, Kohle- und Gaskraftwerke und die Verbrennertechnik in Fahrzeugen aller Art emittieren CO2. Es bedarf dringend der Gegensteuerung zur Reduzierung. Das kann über energiesparende Techniken erfolgen, durch den Verzicht auf Fern- und Kurzstreckenflüge, die Reduzierung des Fleischverzehrs und anderes mehr. Die notwendige Dekarbonisierung erfolgt nur langsam, die Bilanzen sind nach wie vor negativ.

Eine verstärkt favorisierte Möglichkeit, den CO2-Anteil zu reduzieren, ist die CCS-Technologie, d.h. die Verpressung und Lagerung von CO2 in tief gelegene Lückensysteme des Meeresbodens. Das Naturschutzforum Deutschland (nafor.de) lehnt CCS ab, da es sich um eine unerprobte Risikotechnologie handelt, die nicht dazu beiträgt, die Klimaveränderungen zu dämpfen. Im Gegenteil, so das NaFor, die kosten- und energieintensive CCS-Technologie würde dazu verleiten, weiterzumachen wie bisher und die dringend notwendige Dekarbonisierung zu verzögern. In der Folge würden Gletscher noch schneller schmelzen, sich der Meeresspiegel immer mehr erhöht und zusätzlich mit dieser Technologie unkalkulierbare Risiken in Kauf genommen werden.

Verbände wie die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste warnen nachdrücklich vor dieser Entwicklung. Gemeinsam wird darauf gedrungen, endlich schneller auf die energiesparenden Techniken beim Wohnen und Versorgen zu setzen, ungleich schneller damit voranzukommen und die bekannten Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz gemeinsam mit der Bevölkerung umzusetzen.

Bezug genommen wird auf Pressemeldungen der

Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN), z.B. vom 07. 07. 2025: Industriegebiet Nordsee – Gewerbepark oder Naturraum? Weiteres siehe www.sdn-web.de

 


3. Naturschutzforum fordert beschleunigte Bearbeitung der Durchfahrtsrechte für den Öltanker Eventin

Rügen / MV. Der vor der Ostseeinsel Rügen festgesetzte Öltanker Eventin dümpelt seit Monaten den stürmischen Zeiten an der Ostsee entgegen. Vollbeladen wartet das der russischen Schattenflotte zugeordnete Schiff auf die Genehmigung der Weiterfahrt. Das Naturschutzforum Deutschland (Nafor) hält es angesichts der hohen Risiken aus ökologischen Gründen für unvertretbar, das Schiff dort zu belassen, anstatt es unverzüglich in einen Hafen zu verbringen oder sofort weiterfahren zu lassen.

Sollte es zum Austreten von Öl kommen, wäre auch die Tourismuswirtschaft über Jahre schwer geschädigt. Das Naturschutzforum sieht darin eine hochgradige „Gefahr im Verzuge“ und fordert von Seiten der Bundesregierung sofortiges Handeln vor Ort. Die notwendige Klärung der hier gegebenen komplizierten Rechtsverhältnisse sollte von Seiten der EU über eine Ausnahmegenehmigung nach der Beseitigung der Gefahrenlage erfolgen.

Wie man schnell reagieren kann, zeigten 2023 die Niederländer.  Am 26. Juli 2023 havarierte die Autofähre Fremantle Highway mit 3.784 Fahrzeugen an Bord und wurde schnellstmöglich in den Hafen Eemshaven geschleppt und abgewrackt. Was an Natur- und Tourismuswerten auf dem Spiel gestanden hätte, stellte Nafor 2023 mit Fotos aus Schleswig-Holstein dar.

Der Bericht nimm Bezug auf:

Naturschutzforum Deutschland e.V. (20. 08. 2023): Mehr Abstand zum Nationalpark Wattenmeer. Naturschutzforum fordert Begrenzung der Schiffsgrößen und Sonderregelungen. www.nafor.de (Pressemitteilungen).

Greenpeace (11.11.2025): Greenpeace zeigt mit Simulation; Havarie des Öltankers “Eventim” hätte Ostsee-Ökosysteme schwer beschädigt. www.presseportal.greenpeace.de/257422

NDR Tagesschau (11.11.2025): Öltanker Eventin – Warten auf die Katastrophe? www.tagesschau.de

 


Naturschutz und Artenvielfalt sind überlebenswichtig

Naturschutzforum favorisiert Ruhezonen. Vorstand bestätigt.

Einen Rückblick auf die Tätigkeiten und Arbeitsfelder des vergangenen Jahres hielten die Teilnehmer der Jahresvertreterversammlung des NATURSCHUTZFORUMS DEUTSCHLAND e.V. (Nafor). In der Geschäftsstelle des Nafor gingen insgesamt 222 Planungsunterlagen für zahlreiche bundesbedeutsame Bauprojekte ein. Hierzu gehörten Planungen aus den Bereichen Deutsche Bahn, Wasserstraßen und Schifffahrt sowie div. Gesetzesvorhaben aus den Ministerien, die kommentiert wurden, soweit sie naturschutzrelevante Beteiligungen erforderten. Auch Regionale Raumordnungspläne und modellhafte Sanierungsplanungen wurden in der Bundesgeschäftsstelle bearbeitet.

Die Mitgliedsverbände berichteten über ihre aktuellen Aktivitäten und Schwerpunkte, z.B. über Bestandsaufnahmen von Tiergruppen wie Fischen (www.ichthyologie.de), Amphibien und Reptilien (www.dght.de). Betont wurde in der Diskussion die Bedeutung von Mooren und Wäldern. Angesichts der klimatischen Veränderungen werde deutlich, wie die Gefährdungen und Störungen von Lebensräumen vielerorts zunehmen.

Besonders kritisch wurde die großflächige Umwandlung von anmoorigen Böden und historischen Handtorfstichen zu Paludikulturen gesehen, zumal auch die Resonanz in der Landwirtschaft nicht gegeben sei. Die Teilnehmer betonten den großen ökologischen Wert der Handtorfstiche, in denen sich im Laufe von Jahrzehnten wertvolle Lebensgemeinschaften ansiedeln konnten. Schnepfen und andere Wiesenvögel fänden hier Nahrung. Deren Fortbestand inmitten der wertvollen Moorvegetation sei durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Die Absichtserklärungen, hier künstliche Torfmoosplantagen oder andere Paludikulturen anzulegen, laufe diesem Schutz zuwider und sei auch nicht mit dem Klimaschutzargument zu rechtfertigen. Gerade terrestrische Arten wie Eidechsen, Schlingnattern, aber auch Insekten wie Schmetterlinge, Laufkäfer und Ameisen seien durch derartige Planungen gefährdet.

Des Weiteren wurde auf den Wert von Wäldern hingewiesen, deren vielfältige ökologische Leistung eine intensive Förderung, insbesondere auf öffentlichen Flächen erfordere. Die Umwandlung zu Mischwäldern sei entsprechend zu fördern, weitere Flächen auszuweisen. Ein weiterer Punkt betraf den Schutz der Nordsee und der Küstenregionen. Hier wurde vor allem sofortiger Handlungsbedarf im Zusammenhang mit dem vor der Insel Rügen liegenden Öltanker „Eventim“ gesehen. Winterstürme würden die drohende Gefahr eines Ölunfalls forcieren. Es sei dringend erforderlich, das Schiff der russischen Schattenflotte in einem Hafen zu sichern oder eine Durchfahrtsgenehmigung zu erteilen.

Des Weiteren sprach sich die Versammlung gegen das Verpressen von CO2 in den Untergrund von Meeren aus (CCN), da das die Verbrennung fossiler Rohstoffe nur noch fördere und im Hinblick auf eine Langzeitabdichtung nicht sicher genug sei.

Auf der Tagesordnung der Vertreterversammlung standen in diesem Jahr auch Präsidiumswahlen. Das bestehende ehrenamtlich tätige Präsidium des Naturschutzforums wurde für die Zeit bis 2028 ohne Gegenstimme wiedergewählt. Somit wird Prof. Dr. Helmut Schmidt (Kaiserslautern) den bundesweit tätigen Naturschutzverband weiter anführen.


Zitterpappel: Baum des Jahres 2026 – Wichtig für die Walderneuerung nach Bränden und Lebensraum vieler Tiere

Die Zitterpappel wurde von der „Baum des Jahres – Dr. Silvius Wodarz Stiftung“ zum Baum des Jahres 2026 gekürt. In Brandenburg ist sie, die auch Espe oder Aspe genannt wird, die am häufigsten auftretende Pappelart. Als Pionierbaumart nimmt sie für Brandenburg als Bundesland mit dem meisten Waldbränden eine besondere Bedeutung ein.


Zitterpappeln. Fotos: BSHnatur

Mehr als 10 000 Jahre Erd- und Vegetationsgeschichte waren am Moorlehrpfad anschaulich zu erleben. Auch die historische Bedeutung der Moore als Schaf- und Bienenweide, für den Torfstich und den Anbau von Buchweizen wurden thematisiert. „Unsere Moore sind ein Archiv der Landschaftsgeschichte“, erläuterte Karin Geyer, die als Diplom-Geographin das UBZ seit über zwanzig Jahren leitet.

Die Zitterpappel wächst in Brandenburg auf insgesamt rund 2.500 Hektar über alle Landkreise relativ gleichmäßig verteilt – mit einem Schwerpunkt im Privatwald (etwa 1.650 Hektar). Sie findet sich als Einzelbaum oder in kleinen Gruppen entlang von Wegen, Waldlichtungen und Waldrändern sowie in der freien Landschaft.

Als absolute Pionierbaumart steht die Zitterpappel wie kaum eine andere Baumart für Erneuerung: Sie ist in der natürlichen Sukzession – also der natürlichen Wiederbewaldung nach Schadensereignissen wie Waldbrand, Sturm oder Kahlfraß durch Insekten – häufig der wichtigste Erstbesiedler. Die intensive Besiedlungsdynamik der Zitterpappel ist das Ergebnis ihrer frühen und hohen Samenproduktion, die ab einem Alter von etwa 8 Jahren erfolgt, sowie einer effektiven Fernverbreitung der extrem kleinen und leichten Samen durch den Wind. Durch die rasche Besiedlung von vegetationsfreien oder vegetationsfrei gewordenen Flächen stellt sie zügig wieder ein Waldinnenklima und verlorengegangene Waldfunktionen her. Als schützende und bodenverbessernde Vorwaldbaumart erleichtert sie nachfolgenden Baumarten die erfolgreiche Etablierung auf Störungsflächen. Durch die im Zuge der Klimaveränderungen zunehmende Störungsintensität und -frequenz ist das von besonderer Bedeutung. Deshalb wird die Zitterpappel zunehmend in waldbauliche Überlegungen bei der Entwicklung klimaplastischer Wälder einbezogen.

Theoretisch würden sich alle 4 bis 5 Jahre Samenernten bei ihr lohnen, um Saatgut für die Wiederbewaldung von Störungsflächen zu gewinnen. Allerdings gibt es in Deutschland keine zugelassenen Erntebestände und nur sehr wenige überalterte Samenplantagen, so dass kaum Vermehrungsgut für die Zitterpappel verfügbar ist. In Brandenburg gibt es aktuell 8 Generhaltungsbestände der Zitterpappel mit insgesamt 18,8 Hektar – davon ein Bestand außerhalb des Landeswalds.

Die Zitterpappel hat zudem recht geringe Standortansprüche und ist relativ trockenheitstolerant. Am besten wächst sie jedoch auf frischen bis feuchten, humushaltigen, nährstoff- und basenreichen lockeren Sand-, Lehm- und Lößböden. Typisch sind außerdem ein sehr hohes Lichtbedürfnis, eine besondere Wüchsigkeit in der Jugendphase und das vergleichsweise geringe Durchschnittsalter.

Als Nahrungspflanze und Lebensraum für Insekten sind vor allem die noch strauchförmigen Jungbäume entlang von Wegen und an Waldrändern für eine dauerhafte Sicherung der wichtigen ökologischen Funktionen der Baumart von Bedeutung und sollten daher nicht gerodet werden.

Die Verwendung des Holzes der Zitterpappel erfolgt besonders als leichte Sperrholzplatten, Tischtennisschläger, Zahnstocher, Prothesen und Streichhölzer sowie beim Saunabau und vielen anderen Produkten. Als sogenanntes Thermoholz findet ihr Holz Verwendung in der Herstellung von Dielenböden. Es wird ferner zu Papier verarbeitet und als Biomasse für die Energieproduktion genutzt. Da sich das Holz leicht bearbeiten lässt und über eine glatte, gleichmäßige Oberfläche verfügt, ist es für Anwendungen im Innenbereich beliebt.

Auch medizinische Anwendungen durch die Zitterpappel sind bekannt. Sie enthält Verbindungen von Salicylsäure und soll deshalb schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend wirken. Hierfür verwendet man die Rinde, die Laubblätter und die Triebspitzen.

Weitere Informationen: Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg 

MB Pressestelle

Henning-von-Tresckow-Straße 2-13, Haus S
14467 Potsdam

Telefon: +49 331 866-7019
E-Mail: Pressestelle@mleuv.brandenburg.de
Internet: https://mleuv.brandenburg.de


Fachtagung „Zoologischer und botanischer Artenschutz in Mitteleuropa“ – Veranstaltungen der AAT Jena im Oktober 2025

Einladung / Programm zur 33. Fachtagung „Zoologischer und botanischer Artenschutz in Mitteleuropa“

Zur Fachtagung vom 24. – 25. Oktober 2025 in Jena wird eingeladen.

Tagungsprogramm 2025 Artenschutz PDF
Anmeldeformular Tagung Artenschutz 2025 PDF

Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen e.V.
Thymianweg 25
D-07745 Jena

Tel.: 03641 617454

Webpräsenz: www.ag-artenschutz.de/


Lehrkräftefortbildung „Biodiversität nicht nur im Biologieunterricht“

BY-PI 03/25 Online-Workshop

Der neueste Bericht des „Welt-Biodiversitätsrates“ (IPBES) stellt fest: die biologische Vielfalt nimmt in allen Regionen der Welt ab. Von den geschätzt rund acht Millionen Arten auf dem Planeten ist laut früheren Schätzungen des IPBES rund eine Million vom Aussterben bedroht. Im Geflecht zwischen Artenvielfalt, Klimawandel, Wasserressourcen, Ernährung und menschlicher Gesundheit spielt die Biodiversität eine wesentliche Rolle. Dieser Workshop zielt darauf ab, das Bewusstsein für den Wert der Biodiversität zu schärfen und deren Integration in den Unterricht zu erleichtern. Wir befassen uns eingehend mit den Ursachen und weitreichenden Konsequenzen des globalen Biodiversitätsverlusts. Anhand konkreter Beispiele erarbeiten wir Strategien, wie aktuelle Themen wie Biodiversitätsverlust und nachhaltiges Handeln effektiv in die Lehrpläne eingebunden werden können. Der Workshop bietet praktische Ansätze und Ideen, um Schülerinnen und Schüler für diese kritischen Zukunftsthemen zu sensibilisieren und zu motivieren. Der gemeinsame Austausch soll dazu dienen, Unterrichtskonzepte zu entwickeln, die das Verständnis für die Bedeutung der Biodiversität fördern und zu aktivem Engagement anregen.

Die Präsentationen werden zur Verfügung gestellt.

Die Fortbildung ist eine Kooperationsveranstaltung des VBIO (Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin) und dem Pädagogischen Institut der Stadt München (PI-ZKB).

Der vollständige VBIO-Text kann hier aufgerufen werden: www.vbio.de/bayern/fortbildungsprogramm/by-pi-03/25-online-workshop-biodiversitaet-nicht-nur-im-biologieunterricht#c7764


100 Jahre aktiv im Gebiet der südlichen Nordsee

Der Mellumrat e.V. ist eine Naturschutz- und Forschungsgemeinschaft, die 1925 zum Schutz der Insel Mellum gegründet wurde.
Heute betreut der Verein im UNESCO-Weltnaturerbe Nationalpark „Niedersächsisches Wattenmeer“ neben der Insel Mellum auch das Strombauwerk Minsener Oog und die Insel Wangerooge sowie im Binnenland das Naturschutzgebiet „Sager Meere, Kleiner Sand und Heumoor“.
In den einzelnen Schutzgebieten im Nationalpark unterhält der Verein Stationen, in denen Naturschutzwarte wohnen und arbeiten. Die Naturschutzwarte sind naturkundlich interessierte Menschen, die sich freiwillig und ehrenamtlich dem Naturschutz widmen.

Festveranstaltung des Mellumrats im Wattenmeer-Besucherzentrum Wilhelmshaven am 10. Oktober 2025. Der Vorsitzende Dr. Holger Freund (am Rednerpult) begrüßte zahlreiche Gäste. Grußworte sprachen die Umwelt-Staatssekretärin Anka Dobslaw und der Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer Peter Südbeck. Der Ehrenvorsitzende Dr. Thomas Clemens referierte über die historischen Verdienste bekannter Pioniere des Küsten- und Seevogelschutzes wie Wilhelm Krüger, Heinrich Schütte, Richard Tantzen und Karl Sartorius. Es folgten Fachvorträge der Professoren Franz Bairlein und Helmut Hillebrand sowie von Dr. Benedikt Wiggering. Foto: BSHnatur.

Am Dümmer bildet der Mellumrat mit der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems e.V. (BSH) und dem NABU die Arbeitsgemeinschaft Naturschutzring Dümmer e.V. (NARI), dem Partner der dortigen Naturschutzstation.
Als Gründungsmitglied im Naturschutzforum Deutschland e.V. (NaFor) ist der Mellumrat Hauptansprechpartner für die marinen Belange, angefangen beim Arten- und Biotopschutz von Tieren der Feuchtgebiete bis hin zu Planverfahren von Gasleitungen und Windkraftanlagen auf hoher See und entlang der Küste.
Der Mellumrat ist Partner des Nationalparks und UNESCO-Biosphärenreservates. Die ehemalige Mellumbake ist das Symbol des Mellumrates.

Quelle: Homepage des Mellumrats (www.mellumrat.de).

Weitere Informationen:
NVN & BSH Nordd. Biotope 21 (2005) Wangerooge. – Naturparadies im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Mathias Heckroth. 021 – Wangerooge.pdf

NaFor & BSH Nordd. Biotope 28 (2021) Das Naturschutzgebiet Sager Meere, Kleiner Sand und Heumoo rals Teil des FFH-Gebietes 012 „Sager Meere, Ahlhorner Fischteiche und Lethetal. Dr. Sabine Baumann. 028 – Sager Meere.pdf

sowie Veröffentlichungen von Dr. F. Goethe, Prof. Dr. Wolfgang Hartung, Gerhard Großkopf, Hans-Rudolf Henneberg und Dr. Hermann Blindow 


Mit dem Fahrrad zu den Wurzeln des Naturschutzes im Landkreis Emsland, an der Grenze zu Cloppenburg und Osnabrück

NaFor-Mitglied BSH informiert über Moorschutz und Naturschutzinitiativen in der Region

Mit dem Fahrrad in die Bockholter Dose und die Vreeser Wiesen. Foto: BSHnatur

Spannende und aufschlussreiche Informationen erhielten die Teilnehmenden der Fahrradexkursion in die Bockholter Dose und die Vreeser Wiesen am letzten Wochenende. Bei der Gemeinschaftsveranstaltung der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems e.V. (BSH) und des Umweltbildungszentrums (UBZ) Vrees ging es zunächst vom UBZ aus Richtung Moorlehrpfad und Bockholter Dose. Wer kein eigenes Fahrrad dabeihatte, radelte auf den UBZ-Fahrrädern, die bei Gründung des Zentrums – wie zahlreiche andere Ausstattungsgegenstände – von der BSH finanziert worden waren.

Mehr als 10 000 Jahre Erd- und Vegetationsgeschichte waren am Moorlehrpfad anschaulich zu erleben. Auch die historische Bedeutung der Moore als Schaf- und Bienenweide, für den Torfstich und den Anbau von Buchweizen wurden thematisiert. „Unsere Moore sind ein Archiv der Landschaftsgeschichte“, erläuterte Karin Geyer, die als Diplom-Geographin das UBZ seit über zwanzig Jahren leitet.

Christiane Lehmkuhl, BSH-Vorsitzende, hob die ökologische Bedeutung der Moore als Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten hervor. In der aktuellen Problematik des Klimawandels seien die Moore vor allem wegen ihrer Fähigkeit, große Mengen Kohlenstoff zu speichern, in den Fokus gerückt.

5 ha BSH-Eigentumsfläche in den Vreeser Wiesen. Foto: BSHnatur

Doch auch die Moorrandbereiche und angrenzenden Wiesen seien von großem ökologischen Wert. „In den extensiv bewirtschafteten Vreeser Wiesen finden Wiesenvögel wie Kiebitz oder Großer Brachvogel einen optimalen Lebensraum. Die BSH hat deshalb bereits vor Jahrzehnten hier 5 ha gekauft, um diese Flächen gemeinsam mit dem Landkreis Emsland für den Naturschutz zu sichern“, so Lehmkuhl.

Das langjährige Engagement der BSH im Hümmling begann bereits vor einem halben Jahrhundert, als der Naturschutz noch keine Lobby hatte und politisch dem Landwirtschaftsministerium untergeordnet war. Damals wehrten sich örtliche Aktive gemeinsam mit der BSH gegen die Vertiefung und Begradigung der Marka. Der damalige Landwirtschaftsminister Klaus-Peter Bruns wurde an die Marka geholt. Auch mit seinem Nachfolger Gerhard Glup gab es heftige Auseinandersetzungen, bis schließlich mit Werner Remmers ein Emsländer zum ersten Umweltminister in Niedersachsen ernannt wurde. „Insofern ist die Gegend hier um Vrees nicht nur ein Zeugnis der Landschaftsgeschichte, sondern auch der Naturschutzgeschichte“, so Lehmkuhl. 

Aus diesen ersten Aktionen Mitte der 1970er entwickelten sich zahlreiche weitere Aktivitäten. Neben der Gründung des UBZ als gemeinsame Initiative von BSH und Gemeinde Vrees geht auch der Bau des ersten Schafstalls sowie des ersten – mittlerweile erneuerten – Aussichtsturms auf das Engagement der BSH und die gute Kooperation mit der Gemeinde Vrees zurück. Die Einrichtung der Ökologischen Station Raddetäler wurde ebenfalls von der BSH unterstützt und wird weiterhin im Beirat begleitet.

Ein Fazit zog die Exkursionsgruppe beim letzten Haltepunkt, der Beobachtungshütte der „Dosenmoortour“ mit Ausblick auf die BSH-Flächen:  Naturschutz könne nur gelingen, wenn alle Beteiligten mit ins Boot geholt würden. Neben dem behördlichen und außerbehördlichen Naturschutz käme vor allem den betroffenen Landwirten als Flächeneigentümer oder Anlieger hier eine Schlüsselrolle zu. Wenn diese für ihre Arbeiten im Sinne des Naturschutzes angemessen entlohnt würden und mitmachten, dann sei man auf einem guten Weg.

 


Malwettbewerb ARTenkenntnis FörTaxCon

Wettbewerb im Rahmen der FörTaxCon3 am 28. & 29.11.2025 online unter dem Motto „Artenkenntnis grenzenlos“

Auszug:

…inspiriert vom Zuspruch und den tollen Beiträgen der vergangenen FörTaxCon2 freuen wir uns sehr, auch dieses Mal wieder zum Malwettbewerb ARTenkenntnis einzuladen! Ob mit Bleistift, Tusche, Kugelschreiber oder digitalem Zeichenstift – wer sich für Naturund Artenvielfalt begeistert, hat vielleicht schon einmal ein Tier, eine Pflanze oder einanderes faszinierendes Lebewesen zu Papier gebracht. Von spontanen Skizzen bis zuaufwendigen Illustrationen oder wissenschaftlichen Zeichnungen: Alles ist willkommen! Der Wettbewerb ist Teil unserer diesjährigen Konferenz FörTaxCon3, die unter dem Leitmotiv Artenkenntnis grenzenlos steht. Gemeinsam mit einer Fachjury aus Kunstund Wissenschaft wählen wir zehn besonders ausdrucksstarke Werke aus, die sowohlim Museum Koenig Bonn (Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels) als auch online während der Konferenz ausgestellt werden. Das Publikum kürt während der Konferenz die Preisträgerin oder den Preisträger.

Weitere Information und Anmeldung unter: www.foertax.de