Biodiversität unter Druck – Ökosystemleistungen, Landnutzung und Handlungsoptionen

Fortbildungsveranstaltung für Lehrkräfte des VBIO-Landesverbands Bayern
am Dienstag, 13. Oktober 16:00 – 18:00 Uhr

 

 

 

Biodiversität ist eine zentrale Grundlage stabiler und leistungsfähiger Ökosysteme – zugleich gerät sie durch intensive Landnutzung, Klimawandel und andere anthropogene Einflüsse zunehmend unter Druck. Welche Folgen hat der Verlust biologischer Vielfalt für Ökosysteme und für die Leistungen, die sie für den Menschen erbringen? Wie lassen sich solche Veränderungen wissenschaftlich erfassen und bewerten? Und welche Möglichkeiten bestehen, Biodiversität zu erhalten und Ökosysteme nachhaltig zu nutzen?

In der Fortbildung gibt er Einblicke in den aktuellen Forschungsstand und zeigt anhand ausgewählter Beispiele, wie menschliche Eingriffe Artengemeinschaften und Ökosysteme verändern. Dabei werden auch die Folgen für Ökosystemleistungen – etwa Bestäubung, Klimaregulation oder andere regulierende und bereitstellende Leistungen – in den Blick genommen.

Die zweistündige Veranstaltung bietet neben dem fachwissenschaftlichen Vortrag ausreichend Gelegenheit für Fragen, Diskussion und den Austausch über die Umsetzung im Unterricht. 

Teilnahmegebühr:
VBIO-Mitglieder kostenfrei, Nicht-Mitglieder 10,00 €, Studierende die Hälfte
Städt. und staatl. Münchner Lehrkräfte sind gebührenfrei.

Die Veranstaltung findet via ZOOM statt. Nach Ihrer erfolgreichen Registrierung über Zoom erhalten Sie automatisch einen personalisierten Zugangslink von der E-Mail-Adresse no-reply@zoom.us.

Wer sich über unsere Fortbildung hinaus weiter mit Fragen rund um Naturerfahrung, Naturverbundenheit und nachhaltiges Handeln beschäftigen möchte, findet dazu auch in einer neuen kostenfreien Online-Vortragsreihe der Stiftung für Mensch & Umwelt und des Rotary Club Eco Planet D1900  interessante Impulse.

Naturverbundenheit im Fokus: Neue Online-Vortragsreihe startet am 7. Oktober

Wie entsteht Naturverbundenheit? Was bewirkt sie für Gesundheit, Bildung, Wirtschaft und Naturschutz? Die Reihe zeigt, wie vielfältig Naturverbundenheit erforscht und erlebt wird. Sie verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten Fragen aus Alltag, Bildung, Gesundheit und Gesellschaft. Das Programm reicht von Naturerfahrung und seelischer Entwicklung bis zu nachhaltigem Handeln und urbanen Waldgärten. Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich.

Vom 7. Oktober 2026 bis 2. Juni 2027 laden die Veranstalter zu 14 kostenfreien Vorträgen ein. Die Termine finden mittwochs von 20:00 bis 21:00 Uhr statt. Jeder Abend umfasst 30 Minuten Vortrag und 30 Minuten Diskussion. Alle Termine finden Sie (neben anderen) hier.

Zum Auftakt spricht Prof. em. Dr. Paul Michael Zulehner über Schöpfungsverantwortung und Naturverbundenheit. In den folgenden Monaten beleuchten Fachleute das Thema aus Psychologie, Biologie, Bildung, Medizin, Kunst, Wirtschaft und Naturschutz.
Prof. Dr. Eike von Lindern fragt, was Umweltpsychologie zu Gesundheit und nachhaltigem Handeln beitragen kann. Prof. Dr. Alexander Büssing zeigt, wie Bildung, Naturerlebnisse und digitale Medien Naturverbundenheit stärken können. Prof. Dr. Ulrich Gebhard widmet sich Natur als Erfahrungsraum und ihrer Bedeutung für die seelische Entwicklung. Weitere Beiträge führen in Gärten, Wälder, Unternehmen und Städte. Prof. Dr. Maraja Riechers untersucht Naturverbundenheit im Zusammenhang mit Wirtschaft und gesellschaftlichem Wandel. Karl Ploberger spricht über Naturverbundenheit im eigenen Garten. Franziska Kaufmann nimmt Naturkontakt im Arbeitsalltag in den Blick. Dr. Matthias Kleespies erklärt, wie Naturverbundenheit wissenschaftlich gemessen und durch Bildung gefördert werden kann. Den Abschluss bildet Dr. Jennifer Schulz mit einem Vortrag über urbane Waldgärten als Orte neuer Naturbeziehungen.

Zoom-Zugang:
zoom.us/j/94156798453?pwd=vvZQvyRZ3j3FlRzBvQniONJEzmOmTN.1
Alle Vorträge werden digital aufgezeichnet. Mit der Teilnahme stimmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Aufzeichnung zu. Wer nicht erkennbar sein möchte, kann die eigene Videokachel ausschalten.
 
Rückfragen:
Cornelis F. Hemmer
Info-Telefon: +49 800 5018000
E-Mail: vortrag@rotaryclub-eco-planet.de

Der vollständige VBIO-Text kann hier aufgerufen werden: www.vbio.de/aktuelles/..vbio-online-faszination-biologie ..webinarreihe-die-hummeln-europas-vielfalt-oekologie-und-gefaehrdung

Mitglieder des VBIO sowie Schüler/-innen und Student/-innen nehmen kostenfrei teil. Für Noch-Nichtmitglieder wird ein Teilnahmebeitrag von 5 € erhoben.

 


Konkrete Einblicke vor Ort: So sorgen intakte Ökosysteme für mehr Klimaschutz und helfen gegen Hitze, Wassermangel und Überschwemmungen

 

Rund 50 lokale Projekte öffnen ihre Türen in Themenwoche zum Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz

Wie können Moore, Wälder oder Böden dabei helfen, dem Klimawandel vorzubeugen und gleichzeitig dessen Folgen besser abzufedern? In einer Themenwoche vom 7. bis zum 14. Oktober 2026 öffnen bundesweit zahlreiche Projekte aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) ihre Türen. Direkt vor Ort oder online können sich Interessierte über einzelne konkrete Maßnahmen informieren: sei es bei einer Wanderung im Moor, um neue Bewirtschaftungsformen nasser Moore kennenzulernen, bei Ausstellungen über Seegraswiesen und Meeresschlick, die große Mengen an Kohlenstoff speichern, oder bei Aktionen rund um die Entsiegelung von gepflasterten Flächen in der Stadt, damit neue Grünflächen die Umgebung kühlen und Niederschläge aufnehmen können. Die vielfältigen Aktionen laden zum Mitmachen und Nachahmen ein und zeigen, wie Land- und Forstwirtschaft sowie Kommunen zum Klimaschutz beitragen und sich besser vor den Folgen des Klimawandels wappnen können. 

Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Die Natur ist unsere beste Verbündete im Einsatz gegen den Klimawandel. Intakte Moore, Wälder und Auen helfen uns gleich doppelt: Sie entnehmen Kohlenstoff aus der Atmosphäre und helfen zugleich, Wasser in der Landschaft zu halten, Hitze abzumildern und die Folgen von Starkregen zu begrenzen. Wer in Natur investiert, investiert deshalb auch in die Vorsorge vor dem Klimawandel und dessen Folgen. Bundesweit sind dazu zahlreiche Projekte am Start, bei denen Klima- und Naturschutz Hand in Hand gehen. Die Themenwoche zum Natürlichen Klimaschutz zeigt an ganz konkreten Beispielen vor Ort, was die Natur für uns leisten kann, wenn wir sie lassen. Zahlreiche Kommunen, Verbände, Land- und Forstwirte sind bereits engagiert und erfolgreich dabei. Mit der Themenwoche werben wir dafür, dass es noch mehr werden.“

BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm: „Mehr als 13.000 kleinere und größere Vorhaben wurden und werden bereits im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz gefördert. An deren Umsetzung wirkt eine Vielzahl an Akteuren mit, wie zum Beispiel Kommunen, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Umweltverbände, Forschungseinrichtungen, aber auch Unternehmen und Privatpersonen. Sie alle tragen mit Projekten vor Ort dazu bei, die Ökosysteme zu stärken. So leisten sie wichtige Beiträge zum natürlichen Klimaschutz, zur Anpassung an den Klimawandel und zur Stärkung der Biodiversität. Die ANK-Themenwoche macht die vielfältigen Projekte bundesweit sichtbar und lädt dazu ein, die Lösungen vor Ort kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und erfolgreiche Ansätze aufzugreifen.“

Unter dem Motto „Natur stärken – Klima schützen“ bietet die ANK-Themenwoche ein vielseitiges Programm für Bürgerinnen und Bürger sowie weitere Interessierte in ganz Deutschland. Wie funktioniert Natürlicher Klimaschutz eigentlich? Welche Rolle spielen dabei Moore, Auen, Wälder, Meere oder die Natur in unseren Städten? Wie kann natürlicher Klimaschutz vor Ort gelingen?

Die Teams der teilnehmenden ANK-Förderprojekte stellen ihre Arbeit vor und informieren anschaulich, wie die Renaturierung von Mooren funktioniert, wie Wildnisflächen im Wald zum Natur- und Artenschutz beitragen, Auen und naturnahe Küsten oder Stadtgrün den Wasserhaushalt stärken und die Natur insgesamt widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels wird – und welchen großen Nutzen Menschen und Wirtschaft davon haben. Die Projekte zeigen zugleich anderen Kommunen und Regionen, welche Lösungen sich vor Ort übertragen lassen.

Höhepunkt der ANK-Themenwoche ist ein Aktionstag am Samstag, den 10. Oktober 2026, an dem bundesweit rund 50 ANK-Projekte Mitmachaktionen und Veranstaltungen für interessierte Bürgerinnen und Bürger anbieten. Im Rahmen des Aktionstages werden auch zwölf ANK-Projekte aus den Küstenregionen gebündelte Aktionen zum Thema „Klimaschützer Meer“ veranstalten. Darüber hinaus finden weiter Aktivitäten online unter #ANKWoche26 statt.

Die ANK-Themenwoche 2026 schließt am Mittwoch, 14. Oktober 2026, mit einer zentralen Veranstaltung für Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Praxis im Bundesumweltministerium in Berlin ab, bei der die Impulse aus der Praxis für den Natürlichen Klimaschutz im Vordergrund stehen. Veranstaltet wird die Themenwoche zum Natürlichen Klimaschutz durch das Bundesumweltministerium (BMUKN), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Kompetenzzentrum Natürlicher Klimaschutz (KNK).

Hintergrundinformationen:

Das Bundesumweltministerium (BMUKN) unterstützt mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) Maßnahmen, die Klimaschutz mit der Stärkung und Wiederherstellung vielfältiger Ökosysteme in Deutschland verbinden. Mit rund vier Milliarden Euro bringt die Bundesregierung Klimaschutz im Landnutzungssektor voran: für nasse Moore, intakte Wälder, Böden und Auen, Flüsse und Meere sowie naturnahe Grünflächen in besiedelten Gebieten.

Weitere Informationen:

ANK-Themenwoche:
Weitere Informationen zur Themenwoche finden Sie unter:  www.bundesumweltministerium.de/WS7552

Veranstaltungskalender der ANK-Projekte in der ANK-Themenwoche: www.kompetenzzentrum-nk.de/veranstaltungen/

Ein Livestream der Abschlussveranstaltung wird am 14. Oktober 2026 auf der Website des BMUKN übertragen: www.bundesumweltministerium.de/livestream

Das vollständige Programm der Abschlussveranstaltung finden Sie hier.

In einem BMUKN-Infopapier erhalten Sie weitere Informationen zum ANK, und was bisher erreicht wurde, unter: www.bundesumweltministerium.de/DL3532

Eine Übersicht über die Förderungen im ANK finden Sie unter:  www.kompetenzzentrum-nk.de/foerderung/

 

 

 


2. Thüringer Naturschutztag am 2. November 2026

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Fachtagung

Der Naturschutz in Thüringen steht vor vielfältigen Herausforderungen, insbesondere durch die zunehmenden Klimaveränderungen. Unter dem Leitgedanken „Quo vadis Naturschutz?“ bringt der Thüringer Naturschutztag am 2. November 2026 ehrenamtliche Naturschützer, Landnutzende, Verbände und Verwaltung zusammen.

Im Mittelpunkt der fachlichen Impulse und vertiefenden Workshops stehen die Themen Wald, Gewässer und das Thüringer Berggrünland.

Der Naturschutztag versteht sich als Forum für Begegnung und Dialog – zur Frage, wie wir gut wirtschaften und leben und dabei unsere natürlichen Lebensgrundlagen bewahren. Diesen Themen hatte sich auch der im vergangenen Jahr verstorbene und mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Thüringer Naturschützer Martin Görner gewidmet. Ihm werden wir am Naturschutztag besonders gedenken.

Das Programm der Veranstaltung finden Sie hier.


Thüringer Ressourcenkonferenz REKON am 3. November 2026

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Am 3. November 2026 öffnet die REKON in Erfurt erneut ihre Türen

Verbrauch reduzieren. Kreislaufgerecht wirtschaften.

Die REKON hat sich seit ihrer Premiere im Jahr 2023 als zentrale Thüringer Plattform für Ressourcenschonung, Kreislaufwirtschaft sowie einen effizienten Material- und Energieeinsatz etabliert. Sie richtet sich an Führungskräfte und Fachleute aus Unternehmen sowie an Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Verwaltung und Politik.

Die Teilnehmenden erhalten praxisnahe Impulse, wie sie Ressourcen effizienter nutzen, Kosten senken und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken können. Vorträge, Fachsessions und Praxisbeispiele zeigen konkrete Lösungen für eine ressourcenschonende und zukunftsfähige Wirtschaftsweise.

Die REKON wird von der Thüringer Landesenergieagentur ThEGA im Auftrag des Thüringer Umweltministeriums und unter Beteiligung des Thüringer Wirtschaftsministeriums veranstaltet. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Das Programm der Veranstaltung finden Sie hier.


Globale Bedeutung alter und naturnaher Buchenwälder für Natur- und Klimaschutz

 

Fachkonferenz des Bundesumweltministeriums (BMUKN) in Eberswalde

Seit 15 Jahren gehören fünf bedeutende Buchenwälder in Deutschland zum UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“. Aus diesem Anlass hat das Bundesumweltministerium (BMUKN) die Daten der fünf Welterbegebiete in Deutschland mit Blick auf die Widerstandsfähigkeit von Buchenwäldern im Klimawandel und ihren Beitrag zum Klimaschutz untersuchen lassen. Zur Vorstellung der Ergebnisse kommen am 16. und 17. September Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Naturschutzverwaltung sowie Politik und Praxis an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) zusammen. Damit werden die Feierlichkeiten zum Jubiläumsjahr des UNESCO-Weltnaturerbes mit einer gebietsübergreifenden, internationalen wissenschaftlichen Fachtagung abgerundet.

Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth: „Die UNESCO-Buchenwälder zeigen beispielhaft, dass Klimaanpassung, Natur- und Klimaschutz im Wald gleichzeitig gelingen können. Solche naturnahen alten Wälder sind Wasserspeicher und tragen dazu bei, dass Grundwasser neu gebildet wird. Als natürliche Klimaanlagen kühlen sie die Umgebung, sie sind ein Hort der Biodiversität und ganz wichtige Referenzflächen für die natürliche Waldentwicklung in Deutschland und Europa. Sie sind insgesamt widerstandsfähiger als viele Wälder in der Umgebung und tragen langfristig zum Klimaschutz bei, indem sie große Mengen an Kohlenstoff binden. Umso wichtiger ist es, das UNESCO-Weltnaturerbe auch in Zukunft zu bewahren und zu schützen. Dafür tragen wir in Deutschland eine besondere Verantwortung. “

Im Mittelpunkt der BMUKN-Fachkonferenz steht die globale Bedeutung alter und naturnaher Buchenwälder für Natur- und Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel. Besonders interessant ist dabei die Frage, welchen Beitrag die UNESCO-Wälder zum Klimaschutz leisten, aber auch wie diese mit den immer extremer werdenden Bedingungen zurechtkommen. Hierzu hat das BMUKN eine vergleichende Studie in Auftrag gegeben, um aktuelle Monitoringdaten der UNESCO-Buchenwälder in Deutschland auszuwerten. Erste Forschungsergebnisse zeigen, dass in allen fünf Gebieten mit der Zunahme an Biomasse in den letzten 25 Jahren auch die Kohlenstoffvorräte gewachsen sind. Damit sind die UNESCO-Buchenwälder natürliche Klimaschützer, indem sie Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernen. UNESCO-Buchenwälder leisten somit einen bedeutsamen Beitrag zum Klimaschutz als Kohlenstoffsenke. Außerdem gehören diese Wälder an heißen Tagen zu den kühlsten Landschaften Deutschlands. Dies stärkt nicht nur ihre eigene Widerstandsfähigkeit, sondern auch die der direkten Umgebung. Die Daten zeigen aber auch, dass die UNESCO-Buchenwälder sich angesichts der extremen klimawandelbedingten Wetterereignisse der letzten Jahre zwar immer wieder erholen konnten, sie jedoch in ihrer Vitalität deutlich reagieren und Maßnahmen zu ihrem besonderen Schutz und Erhaltung fortgeführt werden müssen.

Diese sowie weitere Erkenntnisse aus Forschung und Monitoring werden genauso wie Erfahrungen aus der Schutzpraxis zum Auftakt der zweitägigen Veranstaltung „15 Jahre UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder“ – Globale Bedeutung, Monitoring & Zukunftsperspektiven“ an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) von den anwesenden Experten aus Deutschland und weiteren europäischen Ländern eingeordnet und diskutiert. Die internationale Zusammenarbeit trägt dazu bei, Erfahrungen aus den verschiedenen Welterbegebieten zusammenzuführen und Ansätze für den langfristigen Erhalt alter Buchenwälder weiterzuentwickeln. Am zweiten Veranstaltungstag führt eine Exkursion in das UNESCO-Welterbe-Teilgebiet Grumsin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Dort erhalten die Teilnehmenden Einblicke in die Besonderheiten des Buchenwaldökosystems sowie in Forschungs- und Monitoringansätze. Auch Managementmaßnahmen und aktuelle Herausforderungen für den Schutz der Wälder werden vor Ort betrachtet.

Das gesamte Programm der Veranstaltung finden Sie hier.

Hintergrund

Die UNESCO-Welterbestätte mit dem langen Namen „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ umfasst 93 Buchenwälder in 18 verschiedenen Ländern. Gemeinsam stehen diese Gebiete für die herausragende Bedeutung alter Buchenwälder für die biologische Vielfalt und machen deren besondere ökologische Entwicklungsgeschichte sichtbar. Mit dem Status als Weltnaturerbe sollen die wertvollsten Reste der alten Buchenwälder auf dem europäischen Kontinent gesichert und bewahrt werden. Denn uralte, naturnahe Buchenwälder gibt es heute nur noch sehr selten. Dabei ist jedes Gebiet der Welterbestätte weltweit einmalig. Das Zusammenspiel von Klima, Boden, Pflanzen-, Tier- und Pilzarten bringt einen ganz individuellen Buchenwald hervor. Gemeinsam bilden sie ein facettenreiches, einmaliges Mosaik beeindruckender Natur. Seit 2011 sind auch fünf Buchenwald-Teilgebiete in Deutschland Welterbe: Grumsin (UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, Brandenburg), Hainich (Nationalpark Hainich, Thüringen), Jasmund (Nationalpark Jasmund, Mecklenburg- Vorpommern), Kellerwald (Nationalpark Kellerwald-Edersee) und Serrahn (Müritz-Nationalpark, Mecklenburg-Vorpommern). Das 15-jährige Jubiläum bietet Gelegenheit, Erkenntnisse und Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zusammenzuführen, die Erfolgsfaktoren für das Gelingen eines transnationalen Naturschutzprojektes zu beleuchten und aktuelle Herausforderungen für den Schutz der Waldökosysteme zu betrachten.

Weitere Informationen:

BMUKN-Themenseite Naturschutz unter: www.bundesumweltministerium.de/WS446

BMUKN-Pressemitteilung vom 25.06.2026: „Alte Buchenwälder in Deutschland: Seit 15 Jahren UNESCO Weltnaturerbe“ unter: www.bundesumweltministerium.de/PM11816

 

 


Pressemitteilung des Umweltministeriums Schleswig-Holstein

Eine Woche für die biologische Vielfalt: Naturschutzminister Tobias Goldschmidt lädt zur 3. Aktionswoche Biologische Vielfalt in Schleswig-Holstein ein

Naturschutzminister Tobias Goldschmidt: „Die Aktionswoche macht die natürliche Vielfalt Schleswig-Holsteins erlebbar“

JEVENSTEDT. Was haben eine Streuobstwiese, ein Waldstück, ein Schulhof und ein Garten gemeinsam? Sie alle sind Orte, an denen biologische Vielfalt entdeckt, erlebt und geschützt werden kann. Genau darum geht es bei der dritten Aktionswoche Biologische Vielfalt in Schleswig-Holstein. Vom 6. bis 13. September zeigen Menschen im ganzen Land, wie vielfältig die Natur ist – und wie vielfältig die Möglichkeiten sind, sich für ihren Erhalt einzusetzen.

Zum Auftakt der Aktionswoche haben Naturschutzminister Tobias Goldschmidt und der Botschafter der Aktionswoche, Autor und Journalist Lothar Frenz, heute gemeinsam den Verein „Ökowiesen Jevenstedt“ besucht.

„Schleswig-Holstein ist ein lebendiges Land mit besonderer Verantwortung für die Natur. Ich freue mich auf die diesjährige Aktionswoche, die eine Woche lang einen Scheinwerfer auf die Biodiversität bei uns im Lande richten wird. Die Aktionswoche macht die natürliche Vielfalt Schleswig-Holsteins erlebbar“, sagte Naturschutzminister Tobias Goldschmidt in Jevenstedt.

Insgesamt 310 Veranstaltungen stehen im Rahmen der Aktionswoche zur Auswahl. Hinter diesen stehen zahlreiche Akteurinnen und Akteure, die ihre Türen öffnen und in die Natur einladen. Sie geben Wissen weiter, regen zum Mitmachen an und machen deutlich: Biodiversität ist kein fernes Naturschutzthema, sondern begegnet den Menschen in Schleswig-Holstein fast überall.

Lothar Frenz, Botschafter der Aktionswoche, bringt diese Idee auf den Punkt: „Die Aktionswoche macht Lust auf Natur. Und zeigt, dass biologische Vielfalt keine abstrakte Idee ist, sondern uns umgibt, trägt und bereichert.“

Der Fokus der Aktionswoche liegt auf der Bildungsarbeit. Ein eigenes Programm richtet sich an Kitas und Schulen. Kinder und Jugendliche erforschen selbst die biologische Vielfalt und entdecken Zusammenhänge. Denn wer die Vielfalt des Lebens kennt und ihre Bedeutung versteht, hat auch eher die Möglichkeit, sie zu schätzen und sich für ihren Schutz einzusetzen.

„Es ist entscheidend, dass wir einen persönlichen Bezug zu den Themen Biodiversität und Naturschutz vermitteln und ökologische Zusammenhänge nachvollziehbar machen. Die Aktionswoche Biologische Vielfalt zeigt auf beeindruckende Weise, wie vielfältig und wertvoll unsere Natur ist und wie jede und jeder zu ihrem Erhalt beitragen kann“, sagte Nicole Rönnspieß, Leiterin des Bildungszentrums für Natur, Umwelt und ländliche Räume (BNUR).

Weitere Informationen zur Bildungswoche:
Die Aktionswoche ist Teil der Bildungsinitiative Biodiversität im Rahmen der Landesbiodiversitätsstrategie „Kurs Natur 2030“. Sie wird unter der Federführung des Bildungszentrums für Natur, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (BNUR) gemeinsam mit dem Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins e. V. und der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein durchgeführt. Das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein (MEKUN) fördert die Aktionswoche im Rahmen der Biodiversitätsstrategie des Landes.

Das vollständige Programm und weitere Informationen unter: www.aktion-biologische-vielfalt.de

 


Rekordzahlen und neue Fundorte: Gottesanbeterin in Sachsen-Anhalt fest etabliert

Pressemitteilung des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt


Gottesanbeterin. Quelle: Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt. Foto: Daniel Rolke

Die Gottesanbeterin hat sich in Sachsen-Anhalt etabliert und breitet sich weiter aus. 2025 verzeichnete das Landesamt für Umweltschutz (LAU) mit 8.072 Meldungen so viele Beobachtungen wie nie zuvor. Zum fünften Mal in Folge wurde damit ein neuer Melderekord aufgestellt.

Die Art ist inzwischen in weiten Teilen des Landes anzutreffen. Neben stabilen Vorkommen im Süden und in der Mitte Sachsen-Anhalts breitet sie sich zunehmend auch im Norden und Nordwesten aus. Im letzten Jahr gab es erstmal Hinweise bei Haldensleben, Klötze, Marienborn und in der Colbitz-Letzlinger Heide. Verbreitungslücken bestehen derzeit im Harz, im Nordharzvorland und in Teilen der nordwestlichen Altmark.

Für den Sommer und Herbst 2026 erwartet Biologe Marcel Seyring vom Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt die weitere Ausbreitung, insbesondere in den Landkreisen Salzwedel, Börde und Harz. „Besonders interessant sind vor allem die Bereiche nördlich und westlich von Gardelegen bis zur niedersächsischen Landesgrenze. Da fehlt bisher der Lückenschluss.“ sagt Seyring, bittet jedoch weiterhin um Sichtungsmeldungen aus dem gesamten Bundesland. Am besten direkt über das Meldeportal: www.lau.sachsen-anhalt.de/gottesanbeterin oder per E-Mail an: artenmeldung@lau.mwu.sachsen-anhalt.de mit Datum, Fundort, Beobachtername und Foto.

Alle Meldungen werden geprüft und in die zentrale Artdatenbank übernommen. Sie dienen der wissenschaftlichen Auswertung, der Fortschreibung der Verbreitung und der Bearbeitung der Roten Listen.

Gottesanbeterinnen sind für Menschen harmlos, nicht giftig, stechen und beißen nicht. Die Tiere sollten nicht eingefangen werden. Nur wenn sie sich in Wohnungen verirren, können sie vorsichtig wieder ins Freie gesetzt werden.

Die wärmeliebende Art breitet sich infolge klimatischer Veränderungen seit den 1990er Jahren nach Norden aus. In Sachsen-Anhalt wurde sie erstmals 1991 in Magdeburg nachgewiesen; die erste stabile Population besteht seit 2004 am Geiseltalsee.

 

 

 

Im Landesamt für Umweltschutz eingegangene Meldungen zur Gottesanbeterin

 

QR-Code zum Meldeportal
Gottesanbeterin

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Salzwiesen im Deichvorland beginnen sich zu entwickeln

Landesbetrieb NLWKN verbindet erfolgreich die Förderung des Biotopschutzes mit Vorgaben des Küstenschutzes


Das Küstenschutzsystem in Niedersachsen. Grafik: NLWKN

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Auszug aus dem am 01. Juni erschienenen Jahresbericht 2025 des NLWKN

Im nordwestlichen Ostfriesland realisiert der NLWKN seit 2025 ein zukunftsweisendes Projekt zur naturbasierten Transformation des Deichvorlands. Das etwa 23,4 Hektar große Gebiet ist ein ehemals künstlich aufgespültes Deichvorland südlich von Pilsum in der Krummhörn. Durch gezielte Geländeabsenkungen wird eine anthropogen, also von Menschen geschaffene in eine naturnahe Salzwiese umgestaltet. Das Vorhaben verbindet die Anforderungen der FFH-Richtlinie und des Masterplans Ems mit denen der Klimaanpassung und des Küsten- und Klimaschutzes. Die natürliche Entwicklung von Prielen sowie die Ansiedlung von Pionier- und Salzwiesenvegetation bestätigen die Wirksamkeit der um- und eingesetzten Maßnahmen.

Ökologische Ausgangssituation verdeutlicht dringenden Handlungsbedarf

Das im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer gelegene Projektgebiet umfasst einen Deichvorlandbereich im äußeren Emsästuar zwischen der Leybucht und dem Rysumer Nacken am Dyksterkruger Heller. Historisch ist dieser Bereich durch Aufspülungen aus den Jahren 1972/73 geprägt, die primär als Schutzmaßnahme für den Hauptdeich dienten. Heute bildet das Vorland ein naturbasiertes Element des Küstenschutzsystems, welches durch ein durchgehendes Vorlanddeckwerk als Erosionsschutz gesichert ist und eine Deichfußentwässerung durch Gräben aufweist. …

Fachliche Grundlage für die Umgestaltung bildet der Vorlandmanagementplan für den Bereich der Deichacht Krummhörn. Dieser wurde in enger Abstimmung mit allen relevanten Stakeholdern entwickelt.

Ziel der Maßnahme ist, eine naturnahe, morphologische Dynamik mit einer salzwiesentypischen Prielentwicklung zu ermöglichen und die Etablierung der unteren Salzwiesenstadien zu fördern. Hierfür wird eine flächenhafte Absenkung des Geländes auf das Niveau des mittleren Tidehochwassers (MThw) durchgeführt sowie der Tideeinfluss dieser Flächen über Furten als Absenkungen im Deckwerk gezielt wiederhergestellt. Zusätzlich werden funktionslose Entwässerungsgräben verfüllt und lokale Feuchtbereiche geschaffen.

Parallel muss der Küstenschutz sichergestellt sein: Die Stabilität des Vorlands bleibt erhalten, und ein Sicherheitsabstand von 200 Metern zum Hauptdeichfuß garantiert weiterhin die notwendige Wellendämpfung und die Schutzfunktion für den Hauptdeich. …

Die bauliche Umsetzung erfolgt in drei Teilabschnitten, wobei zum Schutz der dort vorkommenden Vogelarten die Arbeiten außerhalb der Brutzeit durchgeführt werden. Im Jahr 2021/22 wurde bereits der erste Teilabschnitt mit einer Fläche von etwa 9,3 Hektar erfolgreich fertiggestellt. Ab 2024 folgte die Umsetzung der weiteren Abschnitte auf einer Fläche von rund 14 Hektar.  …

m die Entwicklung der Projektfläche zu dokumentieren, führt der NLWKN ein gezieltes Monitoring durch. Erste Ergebnisse zeigen, dass sich die erwartete positive morphologische und biologische Entwicklung rasch einstellt: Bereits in den ersten Jahren entwickeln sich naturnahe, fein untergliederte Prielstrukturen. In den neu geschaffenen Pionierzonen konnte ein biotoptypischer, fast flächendeckender Quellerbewuchs beobachtet werden. Der wiederhergestellte Tideeinfluss ermöglicht einen kontinuierlichen Sedimenteintrag in die Fläche und eine damit verbundene deutliche, räumlich variierende Sedimentation. Zwischen 2021/22 und 2025 wurde auf den Flächen ein Aufwuchs von 15 bis 20 Zentimeter durch das Monitoring festgestellt. In der Folge bilden sich bereits verschiedene Stadien der unteren Salzwiese aus, die durch die durch die Ansiedlung von Zeigerarten wie Andelrasen und Strandastern charakterisiert wird.

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Deichgeschütztes Gebiet, Haupt- und Schutzdeiche an der Festlandküste. Grafik: NLWKN

 

Herausgeber: Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz


Wie eine Hitzewelle im Jahr 2003 den Nordatlantik bis heute verändert

aus VBIO – Aktuelles aus den Biowissenschaften

Extremereignisse verändern die Ökologie im Meer sprunghaft: Eine einzige marine Hitzewelle im Jahr 2003 hat beispielsweise Artenzusammensetzung und Nahrungsnetz-Beziehungen im Nordatlantik so beeinflusst, dass die Folgen bis heute wirken.

Die Lodde (oben links) gehört zu den Verlierern, wenn sich das Ökosystem ändert. Copyright: Thünen-Institut/Karl-Michael Werner

Zunächst erscheint es erstaunlich, dass diese Erkenntnisse bisher unentdeckt blieben. Die Ursache liegt darin, dass oft nur prominentere Arten wie Pflanzen und Wirbeltiere untersucht werden. Die Trierer Forschenden weiteten das Spektrum aber auf deutlich kleinere Ebenen wie Pilze, Plankton, Algen oder Gliederfüßer aus, von denen sie zehntausende Arten untersucht haben. Diese spielen in der Nahrungskette eine unverzichtbare Rolle.

Die Ökologie des Nordatlantiks ist im ständigen Wandel. Manchmal verändert sie sich jedoch sprunghaft. Ein Grund: sogenannte Extremereignisse. Ein Beispiel dafür sind marine Hitzewellen. Ein Forscherteam unter der Leitung des Thünen-Instituts für Seefischerei hat jetzt herausgefunden, dass eine einzige, weiträumige Hitzewelle im Jahr 2003 die Artenzusammensetzung und die Nahrungsnetz-Beziehungen im subpolaren Nordatlantik bis heute nachhaltig beeinflusst. Die Studie wurde jetzt in Science Advances veröffentlicht. „Die Auswirkungen eines solchen Ereignisses reichen bis an uns Menschen heran, weil sie die Verbreitung von Fischarten, die wir essen und an die der Fischfang seit Jahrzehnten angepasst ist, ändern“, erläutert Dr. Karl-Michael Werner vom Thünen-Institut für Seefischerei, Erstautor der Studie. Derartige physikalische Extremjahre könnten auch in Zukunft plötzliche und unvorhersehbare Auswirkungen auf das Leben im Ozean haben. Die Frage sei nun, unter welchen Bedingungen sich eine derart großflächige Hitzewelle mit so weitreichenden Folgen wiederhole. „Nach 2003 gab es weitere Hitzewellen, die aber keine nennenswerten Veränderungen hervorgerufen haben“, sagt Werner.

Ein „perfekter Sturm“ wirkt bis heute nach

Die Forschenden haben untersucht, wie sich ein weiträumiges Extremereignis im Meer auf Artengemeinschaften und die Verbreitung einzelner Organismen auswirkt. Dafür haben sie rund 100 Zeitreihen untersucht, die biologische Kennzahlen enthielten. Unter anderem kamen wesentliche Daten aus der Wassersäule und vom Tiefseeboden vom LTER (Long-Term Ecological Research) Observatorium HAUSGARTEN des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Dort in der Framstraße zwischen Grönland und Svalbard finden seit mittlerweile 25 Jahren ökologische Langzeituntersuchungen statt. Ein Großteil der untersuchten Parameter zeigte abrupte Änderungen im Jahr 2003 oder kurz danach. In dem Jahr fand ein sogenannter „perfekter Sturm“, eine Kombination aus Ereignissen mit besonders dramatischen oder überraschenden Auswirkungen, im und über dem subpolaren Nordatlantik statt. Während sich eine ungewöhnlich große Menge warmen, subtropischen Wassers zwischen Island und Schottland ihren Weg nach Norden bahnte, strömten ebenso ungewöhnlich kleine Mengen arktischen Wassers östlich von Grönland südwärts. Im selben Jahr erreichte die Atmosphäre über demselben Gebiet rekordheiße Temperaturen. Die Auswirkungen waren bis nach Zentraleuropa spürbar, wo tausende Menschen an den Folgen von Hitzewellen starben. Diese Kombination führte dazu, dass auch die Meerestemperatur im Nordatlantik zwischen Westgrönland und der norwegischen Küste Rekordwerte erreichte.

Von einzelligen Algen bis zu Walen – kein Lebewesen blieb von der plötzlichen Wärme verschont. Während sich Fischarten wie Kabeljau und Schellfisch nach Norden ausbreiten konnten, weil sich zurückziehendes Eis und höhere Temperaturen Lebensraum freigaben, fing die Lodde an zu leiden. Der wichtigste Futterfisch für höhere Ebenen im Nahrungsnetz des subpolaren Nordatlantiks verschob sein klassisches, südwestlich vor Island liegendes Laichgebiet nach Norden. Mit schwerwiegenden Folgen: Eier und Larven der Lodde treffen auf neue Strömungsmuster. Sie treiben nun bis an die Küste Ostgrönlands. Dort treffen sie auf ungleich schwierigere Lebensbedingungen, an die der Lebenszyklus der Art nicht angepasst ist. Nur wenige Eier und Larven überleben die ungewohnten Bedingungen. Gewinner auf der anderen Seite sind Wale, etwa der Buckelwal. Er kann den Lodden nun folgen und ist nach mehr als 150 Jahren wieder ein regelmäßiger Besucher Südostgrönlands.

Auch eine ungefähr zwei Jahre nach dem „perfekten Sturm“ einsetzende Wärmephase in der Framstraße zwischen Svalbard und Grönland, tausende Kilometer von der eigentlichen Rekord-Stelle gelegen, konnten die Autor*innen erstmals damit in Verbindung bringen. Das warme Wasser brachte neuen Organismen mit, die von der Oberfläche bis zum Meeresboden das gesamte Ökosystem abrupt veränderte. Das warme Wasser sorgte für mehr Biomasse, die abgestorben zum Meeresgrund sinkt. Dort dient sie Sediment-Bewohnern wie Schlangenstern und Fadenwurm als Nahrung. Allerdings heißt mehr nicht automatisch besser. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Nährstoffqualität in der sinkenden Biomasse im gleichen Zeitraum abnahm.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass unerwartete Extremereignisse nicht vorhersehbare ökologische Kaskaden auslösen“, sagt Werner. Wie sich die Umwelt durch die erwartete Erwärmung verändern wird, wisse aktuell niemand. Man könne zwar vorhersagen, wie steigende Temperaturen den Stoffwechsel von Organismen beeinflussen und mitunter begünstigen. Aber wenn eine Art sich deshalb nach Norden bewege und dort entweder gefressen wird oder keine passenden Laichgründe findet, werde sie nicht davon profitieren. Die einzigen Arten, die sich immer wohl fühlen, seien die typischen Opportunisten, wie der Kabeljau. „Sobald die Umwelt es einigermaßen zulässt, breitet der sich aus und frisst alles, was ihm in den Weg kommt“, sagt der Wissenschaftler.

Thünen-Institut für Seefischerei


Originalpublikation:

Karl Michael Werner, Ismael Núñez-Riboni, Thomas Soltwedel, Raul Primicerio, Margrete Emblemsvåg (2025). Major heatwave in the North Atlantic had widespread and lasting impacts on marine life, Science Advances, DOI: 10.1126/sciadv.adt7125

 


Zitterpappel: Baum des Jahres 2026 – Wichtig für die Walderneuerung nach Bränden und Lebensraum vieler Tiere

Die Zitterpappel wurde von der „Baum des Jahres – Dr. Silvius Wodarz Stiftung“ zum Baum des Jahres 2026 gekürt. In Brandenburg ist sie, die auch Espe oder Aspe genannt wird, die am häufigsten auftretende Pappelart. Als Pionierbaumart nimmt sie für Brandenburg als Bundesland mit dem meisten Waldbränden eine besondere Bedeutung ein.


Zitterpappeln. Fotos: BSHnatur


Mehr als 10 000 Jahre Erd- und Vegetationsgeschichte waren am Moorlehrpfad anschaulich zu erleben. Auch die historische Bedeutung der Moore als Schaf- und Bienenweide, für den Torfstich und den Anbau von Buchweizen wurden thematisiert. „Unsere Moore sind ein Archiv der Landschaftsgeschichte“, erläuterte Karin Geyer, die als Diplom-Geographin das UBZ seit über zwanzig Jahren leitet.

Die Zitterpappel wächst in Brandenburg auf insgesamt rund 2.500 Hektar über alle Landkreise relativ gleichmäßig verteilt – mit einem Schwerpunkt im Privatwald (etwa 1.650 Hektar). Sie findet sich als Einzelbaum oder in kleinen Gruppen entlang von Wegen, Waldlichtungen und Waldrändern sowie in der freien Landschaft.

Als absolute Pionierbaumart steht die Zitterpappel wie kaum eine andere Baumart für Erneuerung: Sie ist in der natürlichen Sukzession – also der natürlichen Wiederbewaldung nach Schadensereignissen wie Waldbrand, Sturm oder Kahlfraß durch Insekten – häufig der wichtigste Erstbesiedler. Die intensive Besiedlungsdynamik der Zitterpappel ist das Ergebnis ihrer frühen und hohen Samenproduktion, die ab einem Alter von etwa 8 Jahren erfolgt, sowie einer effektiven Fernverbreitung der extrem kleinen und leichten Samen durch den Wind. Durch die rasche Besiedlung von vegetationsfreien oder vegetationsfrei gewordenen Flächen stellt sie zügig wieder ein Waldinnenklima und verlorengegangene Waldfunktionen her. Als schützende und bodenverbessernde Vorwaldbaumart erleichtert sie nachfolgenden Baumarten die erfolgreiche Etablierung auf Störungsflächen. Durch die im Zuge der Klimaveränderungen zunehmende Störungsintensität und -frequenz ist das von besonderer Bedeutung. Deshalb wird die Zitterpappel zunehmend in waldbauliche Überlegungen bei der Entwicklung klimaplastischer Wälder einbezogen.

Theoretisch würden sich alle 4 bis 5 Jahre Samenernten bei ihr lohnen, um Saatgut für die Wiederbewaldung von Störungsflächen zu gewinnen. Allerdings gibt es in Deutschland keine zugelassenen Erntebestände und nur sehr wenige überalterte Samenplantagen, so dass kaum Vermehrungsgut für die Zitterpappel verfügbar ist. In Brandenburg gibt es aktuell 8 Generhaltungsbestände der Zitterpappel mit insgesamt 18,8 Hektar – davon ein Bestand außerhalb des Landeswalds.

Die Zitterpappel hat zudem recht geringe Standortansprüche und ist relativ trockenheitstolerant. Am besten wächst sie jedoch auf frischen bis feuchten, humushaltigen, nährstoff- und basenreichen lockeren Sand-, Lehm- und Lößböden. Typisch sind außerdem ein sehr hohes Lichtbedürfnis, eine besondere Wüchsigkeit in der Jugendphase und das vergleichsweise geringe Durchschnittsalter.

Als Nahrungspflanze und Lebensraum für Insekten sind vor allem die noch strauchförmigen Jungbäume entlang von Wegen und an Waldrändern für eine dauerhafte Sicherung der wichtigen ökologischen Funktionen der Baumart von Bedeutung und sollten daher nicht gerodet werden.

Die Verwendung des Holzes der Zitterpappel erfolgt besonders als leichte Sperrholzplatten, Tischtennisschläger, Zahnstocher, Prothesen und Streichhölzer sowie beim Saunabau und vielen anderen Produkten. Als sogenanntes Thermoholz findet ihr Holz Verwendung in der Herstellung von Dielenböden. Es wird ferner zu Papier verarbeitet und als Biomasse für die Energieproduktion genutzt. Da sich das Holz leicht bearbeiten lässt und über eine glatte, gleichmäßige Oberfläche verfügt, ist es für Anwendungen im Innenbereich beliebt.

Auch medizinische Anwendungen durch die Zitterpappel sind bekannt. Sie enthält Verbindungen von Salicylsäure und soll deshalb schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend wirken. Hierfür verwendet man die Rinde, die Laubblätter und die Triebspitzen.

 

Weitere Informationen: Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg

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