Buchbesprechungen


19.10.2020

Ein Drittel aller heimischen Säugetiere ist bestandsgefährdet

Rote Liste des BfN: 49 von 97 bewerteten Arten werden aufgeführt

Im Vergleich zum weltweiten Vorkommen mit 6.495 Arten leben in Deutschland mit 117 Taxa deutlich weniger Säugetierarten, das sind aber etwa 44% der europaweit vorkommenden Arten. Für 16 Arten hat unser Land eine erhöhte Verantwortung, dazu gehören 3 Spitzmausarten, 5 Fledermausarten, Feldhamster, Gartenschläfer, 4 Maus- und Wühlmausarten, Seehund und Wildkatze. Die Bestände von 50 Arten sind sehr selten (Nymphenfledermaus, Zwergwal), selten (Gartenschläfer, Haselmaus) oder ausgestorben (Europ. Ziesel ca. 1985, Braunbär 1864, Auerochse vor 1500, Wildpferd vor 1500, Großer Tümmler ca. 1970). Auf der Vorwarnliste stehen Arten wie Biber und Iltis. Vom Aussterben bedroht sind Große Hufeisennase und Hausratte. Eine lesenswerte Übersicht gibt das Bundesamt für Naturschutz Heft Nr. 170 der Reihe Naturschutz und Biologische Vielfalt. *

Säugetiere sind in der freien Natur nicht zu übersehen. Einerseits stehen sie als Haus- und Masttiere millionenfach in den Ställen oder auf Weiden, stellen Arbeitstiere wie Reit-, Renn- und Rückepferde und sorgen als Schafe und Ziegen zu Zehntausenden für Deichbeweidung, Landschaftspflege oder Milchproduktion. Die wildlebenden Vertreter sind demgegenüber infolge industrieller Flächenbewirtschaftung und Siedlungserweiterungen, Forstplantagenwirtschaft und weiträumiger Entwässerung überwiegend auf dem Rückzug. Das betrifft auch Arten wie Igel, Feldhase, Baummarder und Iltis. Ungefährdet sind Maulwurf, Eichhörnchen, Siebenschläfer, Feld-, Scher- und Rötelmaus, Steinmarder, Fuchs, Dachs, Reh, Rothirsch und Wildschwein. Auf dem Vormarsch sind -nach Ansicht von anderen Experten- Neueinwanderer wie Bisam, Nutria, Marderhund und Waschbär.

Das Naturschutzforum Deutschland (NaFor) und seine Mitgliedsvereine unterstützen die einschlägigen Untersuchungen und Veröffentlichungen zu Säugetieren, ihrer Biologie und den spezifischen Lebensraumansprüchen und machen Vorschläge zur Förderung von Biotopverbundsystemen und Quartierschutz.

Dazu wurden, auch in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Säugetiere, zu div. Säugetieren im Internet aufrufbare Kurzinformationen herausgegeben:

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Wisent-Stier „Spenax“ mit Halsbandsender; Forschungsprojekt der Universität Osnabrück, im Eleonorenwald/Nordwestdeutsche Tiefebene (Arenberg-Meppen-Privatforstverwaltung). Die letzen Tiere wurden in Mitteleuropa vor 1700 ausgerottet, heute stammen freilebende Wisente aus Gehegezuchten in Deutschland und Polen. Foto: Stefan Lange

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*Quelle. Meinig, H.; Boye, P.; Dähne, M.; Hutterer, R. & Lang, J. (2020): Rote Liste und Gesamtartenliste der Säugetiere (Mammalia) Deutschlands.- Naturschutz und Biologische Vielfalt 170 (2): 73 S., Bonn

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05.04.2020

Auch zu Hause lassen sich Vögel bestimmen und vergleichen

Naturschutzforum empfiehlt ein Malbuch des Zoologen Dr. Franz Müller

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Die Zeichnungen im „Malbuch unsere Vögel“ von Franz Müller, in 2. Auflage erschienen im Verlag Kessel, dokumentieren die große künstlerische Fähigkeit des in Fulda ansässigen Autors,  Tiere naturgetreu wiederzugeben. In anderen Veröffentlichungen zeigen seine Schwarz-weiß-Zeichnungen auch spontanes Sozialverhalten wildlebender Vögel und Säugetiere, wie es überzeugender nicht dargestellt werden kann.

Auf den gegenüberliegenden Seiten werden vergleichende Studien wie im Falle von Mönchs- und Klappergrasmücke oder Neuntöter und Raubwürger wiedergegeben. Zugeordnet werden die Arten acht Habitaten wie Wälder und Feldgehölze, Feldflur und Hecken, aber auch Siedlungsbereich und Gärten einschließlich der Wintergäste an Vogelfütterungen. Jeweils vorangestellt werden alle Arten in Farbe –  als Vorlage zum Ausmalen. Bekanntlich fördert das die Formenkenntnis gerade bei jungen Menschen, aber auch das Grundwissen von Studierenden über Wirbeltiere basiert darauf. Ergänzt wird jedes Porträt mit Kurzhinweisen zur Biologie.

Mit diesem spiralgehefteten Malbuch unterstützen Autor und Verlag das Bestreben von Naturschutzverbänden, ohne digitale Hilfe selbstinitiativ tätig zu werden und sich mit Buntstiften und Erinnerungsvermögen die Formenkenntnis bildlich anzueignen, ohne viel lesen zu müssen.

Christiane Lehmkuhl

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Info:

Müller F. (2019): Malbuch unsere Vögel.- Verlag Kessel, www.verlagkessel.de, 174 S. (A4-Format Spiralheftung), ISBN: 978-3-945941-10-2